Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten·Regulierung

18. April 2026 um 07:05

US-Finanzministerium sucht Feedback zu Stablecoin-Regeln

Quick Take
  • Das US-Finanzministerium hat eine Mitteilung über geplante Regelungen zur Verwaltung von Stablecoins auf Bundesstaatsebene im Rahmen des GENIUS-Gesetzes herausgegeben.
  • Dem Vorschlag zufolge sollen die Bundesstaaten Stablecoin-Emittenten mit einer Marktkapitalisierung von unter 10 Milliarden US-Dollar regulieren, während die Bundesregierung die exklusive Zuständigkeit für größere Emittenten behält.
  • Zu den Kernanforderungen für Emittenten gehören eine 1:1-Reserveabsicherung durch hochwertige Vermögenswerte sowie ein striktes Verbot der Weiterverpfändung (Rehypothecation) von Token.
  • Die Öffentlichkeit hat 60 Tage Zeit, Kommentare zum vorgeschlagenen Rahmenwerk einzureichen, während der gesamte Stablecoin-Markt die Marke von 300 Milliarden US-Dollar erreicht.

Umsetzung des GENIUS-Gesetzes

Die jüngste Mitteilung des US-Finanzministeriums markiert einen bedeutenden Schritt bei der Anwendung des Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins (GENIUS) Act. Das Gesetz wurde im Juli von Präsident Donald Trump unterzeichnet und sieht einen strukturierten Aufsichtsansatz vor, indem es die Zuständigkeiten zwischen einzelstaatlichen und bundesstaatlichen Behörden aufteilt. Insbesondere werden die Bundesstaaten ermächtigt, Stablecoin-Rahmenbedingungen für kleinere Unternehmen zu verwalten, sofern ihre Regeln mindestens so streng sind wie die Bundesstandards. Sobald ein Emittent eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden US-Dollar überschreitet, geht die Regulierungsbefugnis automatisch auf die Bundesebene über.

Standards und Compliance-Anforderungen

Die vorgeschlagenen Regeln legen eine Basis an nicht verhandelbaren Standards fest, um die Finanzstabilität zu gewährleisten. Dazu gehören:

  • 1:1-Reserven, die aus Bargeld oder hochwertigen Bargeldäquivalenten bestehen.
  • Monatliche Berichterstattung, um Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten.
  • Vollständige Einhaltung der bundesstaatlichen Richtlinien zur Geldwäschebekämpfung (AML) und von Sanktionen.
  • Ein vollständiges Verbot der Weiterverpfändung, um zu verhindern, dass derselbe Vermögenswert zur Absicherung mehrerer Ansprüche verwendet wird.

Während die Bundesstaaten die Flexibilität haben, eigene Risikomanagement- und Verwaltungsverfahren zu implementieren, betonte das Finanzministerium, dass die Regulierungsergebnisse auf Staatsebene mindestens so schützend sein müssen wie der Bundesrahmen.

Marktkontext und laufende Debatten

Dieser regulatorische Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt für dollar-gekoppelte Stablecoins eine Gesamtkapitalisierung von 300 Milliarden US-Dollar erreicht. Die Branche bleibt jedoch in Bezug auf renditetragende Stablecoins gespalten. Unternehmen wie Coinbase argumentieren, dass diese Token eine wichtige Alternative zu herkömmlichen Sparkonten bieten, die oft Zinssätze von unter 1 % aufweisen. Im Gegensatz dazu lehnt die Bankenlobby diese Produkte ab und äußert Besorgnis über den Abfluss von Einlagen und den Verlust von Marktanteilen. Diese Uneinigkeit hat dazu beigetragen, dass der CLARITY-Gesetzentwurf zur Kryptomarktstruktur im Kongress feststeckt, während das GENIUS-Gesetz auf die vollständige Umsetzung zusteuert.

Wie reagiert der Markt?

0%Long/Short0%

commentCount

commentLogin

commentEmpty

commentEmptySubtitle