12. April 2026 um 07:10
Kryptobörse Bithumb verschiebt Börsengang auf nach 2028
- Bithumb hat seinen Zeitplan für den IPO angepasst und den Termin auf die Zeit nach 2028 verschoben.
- Die Börse priorisiert bis 2027 die Stärkung der internen Kontrollen und Rechnungslegungsgrundsätze.
- CEO Lee Jae-won wurde trotz früherer regulatorischer Hürden und Geldstrafen für eine weitere zweijährige Amtszeit bestätigt.
Verzögerung des Börsengangs und Vorbereitungen
Die in Südkorea ansässige Kryptowährungsbörse Bithumb hat Berichten zufolge ihre Pläne für einen Börsengang (IPO) auf einen Zeitpunkt nach 2028 verschoben. Dies stellt eine deutliche Abweichung vom ursprünglichen Ziel des Unternehmens dar, eine Notierung im Jahr 2025 zu erreichen. Während der jährlichen Hauptversammlung erklärte CFO Jeong Sang-gyun, dass sich das Unternehmen bis 2027 ausschließlich auf die Vorbereitung des Börsengangs konzentrieren werde.
Um einen erfolgreichen Übergang in ein börsennotiertes Unternehmen zu gewährleisten, hat die Börse einen Beratungsvertrag mit Samjong KPMG abgeschlossen. Das Hauptziel dieser Partnerschaft besteht darin, die Rechnungslegungsgrundsätze und internen Kontrollmechanismen der Firma zu stärken und Bedenken auszuräumen, die den Prozess in der Vergangenheit erschwert haben.
Regulatorische Vergangenheit und Führung
Die Aktionäre haben Lee Jae-won offiziell als CEO für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren bestätigt. Lees Führung setzt sich nach einer Phase intensiver Prüfung durch die südkoreanischen Behörden fort. Unter seiner vorherigen Amtszeit wurde die Börse mit einer Geldstrafe von 24 Millionen US-Dollar und einer sechsmonatigen Suspendierung belegt, da Verstöße gegen die Geldwäscheprävention (AML) vorgeworfen wurden. Die Entscheidung, den IPO zu verschieben, wird als strategischer Schritt gesehen, um diese regulatorischen Altlasten zu bereinigen und eine transparentere Unternehmensstruktur zu schaffen.
Wettbewerbsumfeld und Marktkontext
Während Bithumb seine interne Umstrukturierung vorantreibt, bewegt sich auch der Hauptkonkurrent Dunamu – der Betreiber der Börse Upbit – auf einen Börsengang zu. Dunamu plant den IPO voraussichtlich für September nach einem Aktientausch mit Naver Financial.
Der südkoreanische Markt bleibt ein globales Zentrum für Kryptowährungen. Stand März 2025 hielten schätzungsweise 16 Millionen Bürger Konten bei digitalen Asset-Börsen. Der Weg war jedoch nicht frei von technischen Fehlern; im Februar schrieb Bithumb vielen Nutzern versehentlich 2.000 Bitcoin (BTC) anstatt der beabsichtigten 2.000 südkoreanischen Won gut, was kurzzeitig interne Salden von über 40 Milliarden US-Dollar erzeugte, bevor der Fehler korrigiert wurde.
Politische und regulatorische Entwicklung
Die Verzögerung fällt auch mit einem sich ändernden politischen Klima in Südkorea zusammen. Präsident Lee Jae-myung, der im Juni 2025 sein Amt antrat, hat mit seiner Partei schnell Gesetze zur Ausgabe von Zahlungs-Stablecoins auf den Weg gebracht. Unterdessen wurde eine geplante Steuererhöhung auf Kryptogewinne, die ursprünglich 2021 in Kraft treten sollte, wiederholt verschoben und könnte Berichten zufolge sogar ganz gestrichen werden.
Wie reagiert der Markt?
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