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1. April 2026 um 13:13

Trumps Fed-Kandidat Kevin Warsh plant „Regimewechsel“ und Zinssenkungen

Trumps Fed-Kandidat Kevin Warsh plant „Regimewechsel“ und Zinssenkungen
Quick Take
  • Donald Trump hat Kevin Warsh für den Vorsitz der Federal Reserve nominiert und strebt damit einen „Regimewechsel“ in der US-Geldpolitik an.
  • Der Nominierte bezeichnet Bitcoin als beständigen Wertspeicher, argumentiert jedoch, dass er derzeit nicht als Geld fungiert.
  • Warsh steht am 13. April vor einer Bestätigungsanhörung, bei der er voraussichtlich zu seinen Plänen für Zinssenkungen und den Abbau der Zentralbankbilanz befragt wird.

Ein neuer Kurs für die Zentralbank

Kevin Warsh, der von 2006 bis 2011 dem Gouverneursrat der Fed angehörte, hat sich als lautstarker Kritiker des aktuellen Vorsitzenden Jerome Powell positioniert. In einem Gastbeitrag vom November 2025 bezeichnete Warsh die jüngste Bilanz der Fed als eine Folge „unkluger Entscheidungen“ und kritisierte insbesondere die „aufgeblähte“ Bilanzsumme. Er vertritt die Ansicht, dass ein Abbau dieser Schulden es der Zentralbank ermöglichen würde, Kapital in Form von niedrigeren Zinsen umzuverteilen, was Haushalten und mittelständischen Unternehmen zugutekommen würde.

Seine ökonomische Philosophie basiert auf einem „fundamentalen Überdenken“ makroökonomischer Modelle. Warsh behauptet, dass Inflation durch übermäßige Staatsausgaben und Gelddrucken getrieben wird und nicht durch steigende Löhne oder Rohstoffpreise.

Kryptowährungen und Marktsentiment

Für die Branche der digitalen Vermögenswerte bietet eine von Warsh geleitete Fed ein vielschichtiges Bild. Während er Bitcoin als legitimen Wertspeicher anerkennt, bleibt er skeptisch gegenüber dessen Nutzen als Tauschmittel. Dennoch wird seine allgemeine Vorliebe für niedrigere Zinsen von Investoren meist als „Risk-on“-Signal für den Kryptomarkt gewertet.

Die berufliche Laufbahn des Nominierten umfasst:

  • Vizepräsident und Executive Director bei Morgan Stanley.
  • Exekutivsekretär des Nationalen Wirtschaftsrates des Weißen Hauses unter George W. Bush.
  • Ernennung in den Gouverneursrat der Federal Reserve im Jahr 2006.

Politische Nähe und potenzielle Hürden

Präsident Trump hat öffentlich sein Vertrauen geäußert, dass Warsh seine Forderung nach aggressiven Zinssenkungen zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums unterstützt. Dies folgt auf jahrelange Spannungen zwischen dem Weißen Haus und Jerome Powell, die unter anderem eine Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Vorsitzenden nach sich zogen.

Trotz der Nominierung könnte Warsh bei der Umsetzung seiner Vision auf erheblichen Widerstand stoßen:

  • Struktur des FOMC: Der Offenmarktausschuss (FOMC) besteht aus 12 Mitgliedern. Als Vorsitzender hat Warsh nur eine Stimme und muss eine Mehrheit für politische Kursänderungen gewinnen.
  • Historische Haltung: Analysten der Deutsche Bank merkten in einem Bericht vom Dezember 2025 an, dass Warsh während Finanzkrisen historisch eher eine „falkenhafte“ (restriktive) Haltung einnahm, was Zweifel an der Beständigkeit seines aktuellen „taubenhaften“ (lockeren) Kurses aufkommen lässt.
  • Legislative Opposition: Senatorin Elizabeth Warren hat bereits harten Widerstand angekündigt und bis zum 2. April schriftliche Antworten zu Warshs Rolle bei den Bankenrettungen von 2008 gefordert.

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