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1. April 2026 um 11:53

Grayscale: Tokenisierung kommt in Wellen – Die Strategie

Grayscale: Tokenisierung kommt in Wellen – Die Strategie
Quick Take
  • Zach Pandl, Forschungsleiter bei Grayscale, prognostiziert, dass der Tokenisierungsmarkt von derzeit 27 Milliarden US-Dollar bis 2033 auf 19 Billionen US-Dollar anwachsen wird.
  • Es wird erwartet, dass sich die Entwicklung tokenisierter Vermögenswerte in verschiedenen Phasen vollzieht, beginnend mit institutionellen, zugangsbeschränkten (permissioned) Systemen.
  • Während Ethereum das ultimative Ziel dezentraler Finanzen darstellt, bieten Infrastrukturanbieter wie Chainlink und hybride Netzwerke wie Avalanche alternative Einstiegspunkte für Investoren.

Die Roadmap für die Asset-Tokenisierung

Auf der EthCC-Konferenz in Cannes, Frankreich, skizzierte Zach Pandl von Grayscale einen mehrstufigen Pfad für die Tokenisierung von Finanzanlagen. Derzeit beläuft sich der Markt für tokenisierte Anleihen, Fonds und Aktien auf etwa 27 Milliarden US-Dollar, was lediglich 0,01 % der globalen Kapitalmärkte entspricht. Prognosen von BCG und Ripple deuten jedoch darauf hin, dass dieser Sektor in den nächsten zehn Jahren auf fast 19 Billionen US-Dollar ansteigen könnte.

Pandl betonte, dass Großbanken und Vermögensverwalter zwar das Potenzial von Stablecoins und Tokenisierung erkannt haben, der Übergang jedoch kein punktuelles Ereignis sein wird. Vielmehr handelt es sich um eine langfristige Roadmap, bei der in verschiedenen Phasen der Adaption unterschiedliche technologische Gewinner hervorgehen werden.

Phase Eins: Institutionelle Permissioned-Systeme

Die erste Erfolgswelle wird voraussichtlich von Plattformen ausgehen, die der bestehenden Finanzarchitektur stark ähneln. Pandl nannte das Canton Network als primäres Beispiel für diese frühe Phase. Unterstützt von Branchenriesen wie Goldman Sachs, Nasdaq, DRW und TradeWeb, konzentriert sich das Netzwerk auf die Lösung unmittelbarer institutioneller Anforderungen wie Datenschutz, Identität und regulatorische Kontrolle.

Laut Pandl sollten Investoren, die kurzfristige Traktion suchen, diese zugangsbeschränkten Systeme in Betracht ziehen. Obwohl sie nur eine leicht verbesserte Version des heutigen Finanzsystems darstellen, seien sie eine „vollkommen vernünftige Investition“ für diejenigen, die auf die erste Stufe der institutionellen Integration abzielen.

Hybride Modelle und die langfristige Ethereum-Wette

Mit zunehmender Reife der Branche erwartet Pandl einen Übergang zu hybriden Modellen, die private institutionelle Chains mit einem globalen Shared State verbinden. Er hob Avalanche (AVAX) als führenden Kandidaten für diese zweite Phase hervor und verwies auf die Struktur aus Hunderten von souveränen, unternehmenseigenen Subnets, die über ein primäres Layer-1-Netzwerk miteinander verbunden bleiben.

Für die Endstufe der Roadmap betrachtet Pandl Ethereum (ETH) als das Vehikel für ein „globales dezentrales Finanzwesen“. Er gab jedoch zu bedenken, dass dies eine langsamere und ehrgeizigere Wette sei. Die Technologie und die institutionelle Bereitschaft seien noch nicht so weit, um eine vollständige Abkehr von Finanzintermediären zu unterstützen, was ETH zu einer langfristigen Anlage für diejenigen mache, die bereit sind, auf eine totale Markttransformation zu warten.

Infrastruktur und Dienstleister

Neben spezifischen Blockchain-Netzwerken wies Pandl auf die „Schaufelverkäufer“-Strategie (Picks-and-Shovels) als überzeugenden Ansatz hin. Er nannte explizit Chainlink als einen Chain-agnostischen Dienstleister, der unabhängig davon, welche spezifische Blockchain sich als Industriestandard durchsetzt, Wert schöpfen kann. Diese Infrastruktur-Player könnten sogar noch attraktivere Möglichkeiten bieten als die zugrunde liegenden Netzwerke, da sie die essenziellen Konnektivitätsschichten bereitstellen, die für das Funktionieren des gesamten Ökosystems erforderlich sind.

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