Australien
Australien·Regulierung

1. April 2026 um 08:04

Australien: Krypto-Börsen müssen nun Finanzlizenzen erwerben

Australien: Krypto-Börsen müssen nun Finanzlizenzen erwerben
Quick Take
  • Neue Lizenzanforderungen: Krypto-Börsen und Custody-Anbieter müssen nun eine Australian Financial Services License (AFSL) erwerben, um legal operieren zu können.
  • Legislativer Meilenstein: Das Gesetz Corporations Amendment (Digital Assets Framework) Bill 2025 passierte am 1. April beide Kammern und markiert Australiens ersten umfassenden Krypto-Regulierungsrahmen.
  • Wirtschaftliches Potenzial: Branchenuntersuchungen legen nahe, dass die neuen Regeln jährlich bis zu 24 Milliarden AUD freisetzen könnten, was fast 1 % des australischen BIP entspricht.

Schaffung eines formellen Regulierungsrahmens

Australien hat digitale Vermögenswerte durch die Verabschiedung des Corporations Amendment (Digital Assets Framework) Bill 2025 offiziell in sein bestehendes Finanzsystem integriert. Diese Gesetzgebung zielt auf die Vermittler ab, die Kundengelder verwalten, und nicht auf die zugrunde liegenden Vermögenswerte selbst. Durch die Unterstellung dieser Einheiten unter die Aufsicht der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) soll das Gesetz Risiken wie Insolvenz und die Vermischung von Kundenvermögen mindern.

Der Gesetzentwurf führt zwei spezifische regulierte Kategorien unter dem Corporations Act ein:

  • Digital Asset Platforms, die für die Verwahrung von Kryptowährungen im Namen ihrer Nutzer verantwortlich sind.
  • Tokenized Custody Platforms, die reale Vermögenswerte verwalten und entsprechende digitale Token ausgeben.

Compliance und Verbraucherschutz

Unter dem neuen Regime unterliegen die Betreiber denselben strengen Standards wie traditionelle Broker und Fondsmanager. Dies umfasst verbindliche Anforderungen zur Sicherung von Kundenvermögen, die Einhaltung standardisierter Finanzoffenlegungen sowie die Einrichtung robuster Streitbeilegungs- und Entschädigungssysteme. Durch die Durchsetzung dieser Regeln beabsichtigt die Regierung, systemische Ausfälle und den Missbrauch von Vermögenswerten zu verhindern, die in der Vergangenheit den globalen Kryptomarkt belastet haben.

Branchenausblick und wirtschaftliche Auswirkungen

Marktexperten und Branchenführer reagierten positiv auf die gesetzliche Klarheit. Kate Cooper, CEO von OKX Australia und Co-Vorsitzende des Digital Economy Council of Australia, bezeichnete den Gesetzentwurf als „entscheidenden Moment“, der eine Grundlage für langfristige institutionelle Investitionen schafft. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher von Kraken und stellte fest, dass das Gesetz ein deutliches Signal sende, dass Australien ein ernsthafter Standort für Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte sei.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Während frühere Prognosen schätzten, dass der Sektor bis 2030 nur 1 Milliarde AUD beitragen würde, wird erwartet, dass der neue Rahmen das Wachstum beschleunigt. Das Digital Finance Cooperative Research Center schätzt, dass tokenisierte Märkte und digitale Zahlungen jährlich 24 Milliarden AUD für die australische Wirtschaft generieren könnten.

Wie reagiert der Markt?

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