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Vereinigte Staaten·Regulierung

1. April 2026 um 06:02

CFTC warnt: Insiderhandel in Prognosemärkten wird verfolgt

CFTC warnt: Insiderhandel in Prognosemärkten wird verfolgt
Quick Take
  • CFTC-Vollstreckungsdirektor David Miller hat offiziell davor gewarnt, dass Insiderhandelsgesetze auch für Prognosemärkte gelten, und damit den Mythos entkräftet, diese Plattformen seien von solchen Vorschriften befreit.
  • Die Behörde wird Fällen von Informationsmissbrauch oder der Weitergabe von Tipps Vorrang einräumen und dabei ihr Ermessen nutzen, um von „trivialen“ Strafverfolgungen abzusehen.
  • Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund eines rasanten Wachstums: Laut TRM Labs überstieg das monatliche Volumen auf Prognosemärkten jüngst 20 Milliarden US-Dollar.

Regulatorische Einordnung von Ereigniskontrakten

Während einer Podiumsdiskussion an der New York University am Dienstag stellte David Miller, der am 2. März zum Vollstreckungsdirektor der CFTC ernannt wurde, die Rechtsauffassung der Behörde klar. Miller, ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt, erklärte, dass die Kommission Ereigniskontrakte nicht als Glücksspiel, sondern als Swaps betrachtet. Durch diese Einstufung fallen diese Instrumente direkt unter die Insiderhandelsgesetze.

Miller trat weit verbreiteten Missverständnissen entgegen und betonte, dass die CFTC den Markt genau beobachte. Die Kommission werde ihre Ressourcen auf Kernbereiche wie Marktmissbrauch, Verstöße gegen Geldwäschegesetze und die unrechtmäßige Nutzung nicht öffentlicher Informationen konzentrieren.

Verdächtige Aktivitäten und nationale Sicherheit

Der Aufstieg der Prognosemärkte wurde von mehreren Fällen auffällig gut getimter und profitabler Trades begleitet.

  • Ein anonymer Händler erzielte über 400.000 US-Dollar Gewinn mit einer Wette auf die Festnahme des venezolanischen Führers Nicolás Maduro.
  • Weitere verdächtige Transaktionen wurden im Vorfeld wichtiger Ankündigungen von Donald Trump beobachtet.
  • Jüngste Trades im Zusammenhang mit einer Invasion des Irans oder dem Tod von Ayatollah Khamenei haben bei Sicherheitsbehörden Besorgnis ausgelöst.

Legislative und industrielle Reaktion

Als Reaktion auf den öffentlichen Druck haben die führenden Plattformen Kalshi und Polymarket neue Regeln gegen Insiderhandel eingeführt. Gleichzeitig treiben US-Gesetzgeber strengere Standards voran. Ende März wurde der überparteiliche Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026 vorgestellt, um Insiderhandel durch Regierungsbeamte zu unterbinden. In derselben Woche wurde der PREDICT Act eingebracht.

Demokratische Abgeordnete forderten die CFTC zudem auf, Bundesangestellte explizit davor zu warnen, Insiderwissen für Geschäfte auf Prognosemärkten zu missbrauchen.

Wie reagiert der Markt?

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