
31. März 2026 um 20:22
Bitcoin schwächer als Aktien: Folgt nach Rekord-Tief die Wende?

- Bitcoins historischer Rückstand gegenüber US-Aktien hält nun seit fast sechs Monaten an und markiert die längste Phase der Underperformance in der Geschichte des Assets.
- Die Kryptowährung fiel um 22 % im ersten Quartal 2026, nachdem sie im letzten Quartal 2025 bereits um 25 % eingebrochen war.
- Marktresilienz zeigte sich im März, als Bitcoin während der massiven geopolitischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran besser abschnitt als Gold.
Beispiellose Marktdivergenz
Seit Anfang Oktober hinkt Bitcoin der Performance der US-Aktienindizes hinterher und hat damit Neuland betreten. Mark Connors, Gründer von Risk Dimensions, stellte fest, dass diese spezifische Dauer der Underperformance ein Novum für den digitalen Vermögenswert darstellt. Frühere Preiskorrekturen waren zwar tiefer, aber in der Regel von deutlich kürzerer Dauer.
Dieser Trend fällt mit einem breiteren Abschwung an den traditionellen Märkten zusammen. Der S&P 500 wies eine große Performance-Lücke im Vergleich zu Bitcoin auf, obwohl der Nasdaq um mehr als 10 % von seinen Höchstständen fiel – das schlechteste Quartal für US-Aktien seit vier Jahren. Dieser kombinierte Rückzug hat einen erheblichen Teil der Gewinne nach der Wahl 2024 zunichte gemacht.
Politische Verschiebungen und regulatorisches Umfeld
Trotz der Preisvolatilität entwickelt sich das regulatorische Umfeld für digitale Vermögenswerte in den USA weiter. Ein neuer SEC-Vorsitzender hat den Weg für den Ausbau von Krypto-ETFs geebnet, und legislative Bemühungen wie der GENIUS Act schreiten voran. Darüber hinaus folgt eine am vergangenen Montag vom Arbeitsministerium vorgeschlagene Regelung einer im August von Donald Trump unterzeichneten Executive Order. Diese zielt darauf ab, die Aufnahme alternativer Anlagen – wie Krypto, Private Equity und Immobilien – in 401(k)-Rentenpläne zu vereinfachen.
Widerstandsfähigkeit bei geopolitischen Spannungen
Anfang März wurden die globalen Märkte durch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran erschüttert, was die Ölpreise und den Dollar in die Höhe trieb. Diese Volatilität verursachte massive Verwerfungen über alle Anlageklassen hinweg. Gold fiel um 11 %, da institutionelle Anleger gezwungen waren, Positionen aufzulösen, um Nachschussforderungen (Margin Calls) nachzukommen.
Im Gegensatz dazu bewies Bitcoin in diesem Zeitraum eine bemerkenswerte Stabilität:
- Bitcoin stieg im März um etwa 1 % und entkoppelte sich damit von den massiven Verkäufen bei Edelmetallen.
- Das Asset entging den Zwangsliquidationen, die bei Gold zu beobachten waren, wahrscheinlich weil vorangegangene Liquidationen bereits hochgehebelte Positionen bereinigt hatten.
- Die grenzüberschreitende Mobilität von Bitcoin wurde als Faktor genannt, der den erzwungenen Verkaufsdruck gemildert haben könnte.
Ausblick und Marktumkehr
Die Analyse der rollierenden 63-Tage-Daten zeigt, dass das derzeitige Ungleichgewicht von Bitcoin im Verhältnis zum S&P 500 eine Rekordlänge erreicht hat. Historisch gesehen gingen solch ausgedehnte Phasen relativer Schwäche oft einer Marktumkehr voraus. Da die Sorgen um die Verschuldung und die Währungsexpansion fortbestehen, glauben viele Analysten, dass dieser makroökonomische Druck letztlich eine neue Nachfrage nach Bitcoin antreiben könnte.
Connors gibt jedoch zu bedenken, dass der Zeitpunkt für eine Erholung ungewiss bleibt und von externen Faktoren abhängt. Die Entwicklung der Stabilität am Energiemarkt und die globale Risikobereitschaft infolge des Iran-Konflikts werden entscheidend sein. Der Zeitrahmen für einen Stimmungsumschwung am Markt könnte laut Connors zwischen zwei Monaten und zwei Jahren liegen.
Wie reagiert der Markt?
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