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Vereinigte Staaten·Regulierung

31. März 2026 um 16:32

Hoskinson warnt vor politischem Missbrauch des CLARITY Acts

Hoskinson warnt vor politischem Missbrauch des CLARITY Acts
Quick Take
  • Charles Hoskinson warnt, dass der geplante CLARITY Act bis zu 15 Jahre für die vollständige Umsetzung der Vorschriften benötigen könnte und anfällig für politische Instrumentalisierung ist.
  • Die Gesetzgebung wird dafür kritisiert, neue Krypto-Projekte standardmäßig als Wertpapiere (Securities) einzustufen, was laut Hoskinson etablierte Assets wie Cardano, XRP und Ethereum ungerechtfertigt bevorzugt.
  • Der Cardano-Gründer ist überzeugt, dass der Kollaps von FTX der Wendepunkt war, der die Haltung der Demokraten von Neugier in offene Feindseligkeit gegenüber der Branche verwandelte.

Risiken bei der Umsetzung und politische Instrumentalisierung

Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano und Midnight, äußerte erhebliche Skepsis gegenüber dem Digital Asset Market CLARITY Act, über den derzeit im US-Kongress verhandelt wird. Hoskinson warnt, dass selbst bei einer Verabschiedung des Gesetzes der anschließende Prozess der Regelfestlegung absichtlich über ein Jahrzehnt verzögert werden könnte. Er nannte konkret einen Zeitraum von 15 Jahren, in dem der Prozess von künftigen Regierungen als Machtinstrument gegen die Branche genutzt werden könnte.

Hoskinson äußerte zudem die Sorge, dass die Gesetzgebung politische Machtwechsel nicht unbeschadet überstehen würde. Er wies darauf hin, dass bei einem Wahlsieg der Demokraten im Jahr 2029 der aktuelle Gesetzestext Wege eröffne, um Regulierungen gegen die Krypto-Industrie zu „bewaffnen“. Seiner Ansicht nach ist der Entwurf zu komplex und gleicht einem „Frankenstein-Monster“, da er zu viele Themen gleichzeitig behandeln wolle, ohne dass die politischen Entscheidungsträger über das nötige technische Fachwissen verfügten.

Barrieren für neue Marktteilnehmer

Ein Hauptkritikpunkt Hoskinsons ist der strukturelle Nachteil, den das Gesetz für aufstrebende Projekte schafft. Unter dem vorgeschlagenen Rahmenwerk würden neue Krypto-Unternehmungen standardmäßig als Wertpapiere eingestuft. Hoskinson argumentiert, dass es extrem schwierig sei, diese Einstufung wieder loszuwerden, da die SEC keinen Anreiz habe, ein Projekt jemals als Nicht-Wertpapier anzuerkennen.

Er nannte mehrere Folgen dieses Ansatzes:

  • Zukünftige Projekte werden aufgrund eingeschränkten Eigentums und geringerer Liquidität kaum wettbewerbsfähig sein.
  • Das System zwingt neue Projekte faktisch in einen permanenten IPO-ähnlichen Zustand, was er als absurd bezeichnete.
  • Etablierte Kryptowährungen wie Cardano, XRP und Ethereum würden profitieren, während Innovationen für Neueinsteiger im Keim erstickt werden.

Der Schatten des FTX-Kollapses

Hoskinson führt die aktuelle regulatorische Feindseligkeit auf den Sturz von Sam Bankman-Fried und seiner Börse FTX zurück. Vor diesem Ereignis genoss die Branche eine relativ starke parteiübergreifende Unterstützung. Der massive Vertrauensverlust durch FTX, der auch durch prominente Werbeträger verstärkt wurde, habe die öffentliche und politische Wahrnehmung jedoch grundlegend verändert.

Die Folge sei eine Flucht der Politiker vor der Branche gewesen, wobei sich die Unterstützung der Demokraten in den letzten drei Jahren in eine feindselige Kampagne verwandelt habe. Hoskinson argumentiert, dass das politische Umfeld mittlerweile so polarisiert sei, dass die starke Unterstützung von Donald Trump für die Branche die verbliebene Überparteilichkeit weiter zerstört habe.

Fehlende globale Abstimmung und technische Mängel

Abschließend kritisierte Hoskinson, dass der CLARITY Act die globalisierte Natur dezentraler Technologien ignoriere. Er wies darauf hin, dass die US-Gesetzgeber bestehende internationale Rahmenbedingungen wie MiCA in Europa sowie Regulierungen in Singapur, Japan, Abu Dhabi und Hong Kong außer Acht ließen.

Ohne eine Abstimmung mit diesen globalen Standards würden die US-Regeln inkompatibel zum Rest der Welt werden. Er bemängelte, dass sich die Branche derzeit auf „unwesentliche“ Details wie die Verzinsung von Stablecoins konzentriere, anstatt die grundlegenden strukturellen Mängel des Gesetzesentwurfs zu bekämpfen.

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