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31. März 2026 um 15:32

Google-Durchbruch: Quanten-Gefahr für Bitcoin rückt näher

Google-Durchbruch: Quanten-Gefahr für Bitcoin rückt näher
Quick Take
  • Google-Forscher haben herausgefunden, dass das Knacken der aktuellen Blockchain-Verschlüsselung weniger als 500.000 physische Qubits erfordern könnte, was einer 20-fachen Reduzierung gegenüber früheren Schätzungen entspricht.
  • Ungefähr 6,9 Millionen BTC, also ein Drittel des Gesamtangebots, sind derzeit anfällig, da ihre öffentlichen Schlüssel bereits auf der Blockchain exponiert sind.
  • Experten prognostizieren eine signifikante Chance, dass Quantencomputer bis 2032 private Schlüssel knacken könnten, wobei die Aufgabe in nur neun Minuten erledigt sein könnte.

Eine beschleunigte Quantenbedrohung für die Verschlüsselung

Ein neues Whitepaper des Quantum AI-Teams von Google hat den prognostizierten Zeitrahmen, in dem Quantencomputer die Sicherheit wichtiger Kryptowährungen gefährden könnten, erheblich verkürzt. Die Forschung konzentriert sich auf die 256-Bit-Elliptic-Curve-Kryptographie, die Bitcoin- und Ethereum-Wallets schützt. Während frühere Modelle darauf hindeuteten, dass Millionen von Qubits erforderlich wären, deuten die neuen Daten darauf hin, dass bereits 500.000 physische Qubits ausreichen könnten.

Die technische Effizienz dieser potenziellen Angriffe ist besonders alarmierend. Die Forscher beschrieben einen Quantenschaltkreis, der einen privaten Schlüssel aus einem exponierten öffentlichen Schlüssel in etwa 1.000 Sekunden ableiten könnte. Für Bitcoin bedeutet dies, dass ein Angreifer potenziell Gelder in nur neun Minuten stehlen könnte, was das durchschnittliche 10-Minuten-Bestätigungsfenster des Netzwerks mit einer Erfolgsquote von 41 % unterbietet.

Millionen von Bitcoin in Gefahr

Das Ausmaß der Sicherheitslücke ist immens. Der Bericht schätzt, dass sich 6,9 Millionen BTC an Adressen befinden, deren öffentlicher Schlüssel bereits öffentlich einsehbar ist. Dies umfasst 1,7 Millionen BTC, die in frühen Netzwerkadressen gehalten werden, einschließlich derer des anonymen Schöpfers Satoshi Nakamoto.

Die Exposition beschränkt sich nicht auf ältere Wallets. Das Taproot-Upgrade von 2021, das eigentlich die Privatsphäre und Effizienz verbessern sollte, führte unbeabsichtigt dazu, dass standardmäßig mehr öffentliche Schlüssel preisgegeben wurden. Dies schafft eine massive Angriffsfläche für jede Instanz, die einen ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer entwickelt. Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass dezentrale Blockchains im Gegensatz zu traditionellen Bankensystemen, die zentralisierte Updates bereitstellen können, vor einem viel schwierigeren Weg stehen, ihre Sicherheits-Protokolle zu aktualisieren.

Das Rennen um die Post-Quanten-Verteidigung

In einem ungewöhnlichen Schritt entschied sich Google dagegen, die tatsächlichen in der Studie entwickelten Quantenschaltkreise zu veröffentlichen. Stattdessen wurde ein Zero-Knowledge-Proof veröffentlicht, um deren Existenz zu verifizieren. Dies deutet darauf hin, dass die Forscher die Ergebnisse als potenzielles Risiko für die nationale Sicherheit einstufen. Branchengrößen wie Justin Drake von der Ethereum Foundation schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Quantendurchbruchs bis 2032 nun auf mindestens 10 %.

Die Reaktion der Krypto-Community ist geteilt. Ethereum hat bereits mit der Entwicklung einer Migrations-Roadmap und dem Testen von Post-Quanten-Forschung begonnen. Unterdessen werden Bitcoin-Entwickler gedrängt, Initiativen wie BIP 360 zu unterstützen, die quantenresistente Wallet-Formate einführen würden. Branchenführer betonen, dass das Zeitfenster zum Handeln kleiner wird, da staatliche Akteure diese Fähigkeiten bereits im Geheimen entwickeln könnten.

Wie reagiert der Markt?

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