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Europäische Union·Regulierung

31. März 2026 um 12:55

Tesseract startet MiCA-konforme Rendite-Vaults für Institutionen

Tesseract startet MiCA-konforme Rendite-Vaults für Institutionen
Quick Take
  • Tesseract Investment Oy hat eine neue Plattform für dedizierte Yield Vaults eingeführt, die speziell für institutionelle und professionelle Anleger konzipiert wurde.
  • Die Vaults nutzen eine MiCA-konforme Struktur, bei der jedem Kunden ein eigener Smart Contract zugewiesen wird, was volle Eigentumsrechte und regulatorische Klarheit gewährleistet.
  • Die Plattform basiert auf der Plasma Vault-Architektur von IPOR Fusion und konzentriert sich auf Strategien mit Wrapped Bitcoin, Ether und Stablecoins.

Institutionelle Ertragslösungen mit Fokus auf Compliance

Der in Helsinki ansässige Krypto-Asset-Manager Tesseract erweitert sein Dienstleistungsangebot durch die Einführung von Dedicated Client Vaults. Dieser Schritt baut auf der bestehenden Rolle des Unternehmens als DeFi-Asset-Manager auf, der unter dem Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Rahmenwerk reguliert ist. Tesseract, das bereits Yield-as-a-Service für große Unternehmen wie Bitstamp (jetzt im Besitz von Robinhood) anbietet, erkannte den Bedarf an einer institutionellen Benutzererfahrung, die die Flexibilität dezentraler Vaults bietet, ohne den rechtlichen Rahmen zu verlassen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen erlaubnisfreien Vaults, die häufig Anlegergelder bündeln – was nach EU-Recht als Organismus für gemeinsame Anlagen eingestuft werden könnte –, bietet die Lösung von Tesseract jedem Kunden einen isolierten Smart Contract. Diese Architektur ermöglicht es den Nutzern, 100 % Eigentum an ihren Vault-Token zu behalten und getrennte verwaltete Konten zu führen, wie es für Krypto-Dienstleister (CASPs) unter MiCA vorgeschrieben ist.

Governance und strategische Mandate

Die Plattform arbeitet mit einem hohen Maß an Transparenz und Kontrolle. James Harris, CEO der Tesseract Group, erklärte, dass das Unternehmen als Kurator mit vordefinierten Berechtigungen fungiert. Während Tesseract die Investitionen verwaltet, werden die Parameter – einschließlich Gebühren, Governance und einer Whitelist zugelassener Protokolle – zu Beginn vom Kunden festgelegt. Die Vaults sind fest codiert, um nur mit diesen spezifischen Mandaten zu interagieren, was unbefugte oder riskante Engagements verhindert.

Das Angebot versteht sich nicht als Konkurrenz zum bestehenden erlaubnisfreien Ökosystem, sondern als dessen Ergänzung. Durch die Ausrichtung auf Asset-Manager, Custodians und ETP-Emittenten zielt Tesseract darauf ab, die Brücke zwischen dezentraler Innovation und den strengen Compliance-Anforderungen der traditionellen Finanzwelt zu schlagen.

Technische Basis und Marktpräsenz

Die Vaults wurden unter Verwendung des ERC-4626-Standards für Smart Contracts entwickelt und nutzen die Plasma Vault-Technologie von IPOR Fusion. Diese Basis ermöglicht eine deterministische Risikodurchsetzung und On-Chain-Portfolioberechnungen. Darren Camas, CEO von IPOR Labs, betonte, dass die Architektur ein Jahr lang intensiv getestet wurde, um die strukturellen Sicherheitsvorkehrungen zu erfüllen, die institutionelles Kapital erwartet.

Tesseract hat die Vaults bereits mit sechs Pilot-Teilnehmern getestet, darunter der Krypto-ETP-Emittent 21Shares. Das 2017 gegründete Unternehmen verwaltet derzeit ein Vermögen (AUM) von über 500 Millionen US-Dollar und hat über seine Plattformen Kredite im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar vergeben. Der Start folgt auf eine 25 Millionen US-Dollar schwere Serie-A-Finanzierungsrunde im Jahr 2021.

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