Russland
Russland·Regulierung

31. März 2026 um 11:14

Russland: Krypto-Handel nur noch über lizenzierte Anbieter

Russland: Krypto-Handel nur noch über lizenzierte Anbieter
Quick Take
  • Die russische Regierung hat offiziell ein Paket von Gesetzentwürfen genehmigt, um den heimischen Kryptowährungsmarkt über lizenzierte Vermittler zu regulieren.
  • Kleinanleger unterliegen einem jährlichen Kauflimit von 300.000 Rubel (ca. 3.700 $) und müssen einen obligatorischen Test bestehen, um handeln zu dürfen.
  • Transaktionen, die außerhalb regulierter Kanäle stattfinden, sind nach dem neuen Rahmenwerk strengstens untersagt und werden mit Verwaltungsstrafen geahndet.

Formalisierung des Krypto-Ökosystems

Das russische Finanzministerium gab am Montag bekannt, dass die Regierung die Gesetzgebung zur Legalisierung und Kontrolle des Umlaufs digitaler Währungen und digitaler Rechte vorangetrieben hat. Das Hauptziel dieser regulatorischen Änderung besteht darin, den Peer-to-Peer-Handel zu eliminieren, der ohne staatliche Aufsicht stattfindet. Nach Angaben des Ministeriums wird jede Transaktion mit digitaler Währung, die nicht über einen regulierten Vermittler abgewickelt wird, verboten. Dieser Rahmen soll die staatliche Kontrolle über digitale Vermögenswerte verschärfen und gleichzeitig ein abgestuftes Zugangssystem für verschiedene Anlegerklassen beibehalten.

Beschränkungen für den Einzelhandel und den professionellen Handel

Die neuen Regeln führen zu erheblichen Hürden für private Teilnehmer am Kryptomarkt. Nicht qualifizierte Anleger oder Kleinanleger dürfen nur die „liquidesten digitalen Währungen“ erwerben, wie sie von der russischen Zentralbank definiert werden. Um teilzunehmen, müssen diese Anleger mehrere Voraussetzungen erfüllen:

  • Abschluss eines obligatorischen Qualifikationstests.
  • Eine jährliche Investitionsobergrenze von 300.000 Rubel (3.700 $) über einen einzigen Vermittler.
  • Einhaltung der Meldepflichten gegenüber den Steuerbehörden für Krypto-Käufe über Auslandskonten.

Qualifizierte Anleger genießen einen breiteren Marktzugang. Die Gesetzgebung legt zudem ein Lizenzierungssystem für digitale Börsen und Depotverwahrer fest. Traditionelle Finanzinstitute, einschließlich Banken und Broker, dürfen Krypto-Operationen ermöglichen, sofern sie spezifische aufsichtsrechtliche Anforderungen der Regulierungsbehörden erfüllen.

Durchsetzung und Branchenbedenken

Um die Einhaltung sicherzustellen, enthält das Paket Änderungen am Gesetzbuch für Ordnungswidrigkeiten, die eine Haftung für Organisationen vorsehen, die ohne entsprechende Lizenz Börsenaktivitäten betreiben. Während die Regierung dies als notwendigen Schritt zur Inlandsbindung und Aufsicht betrachtet, warnen einige Branchenexperten vor unbeabsichtigten Folgen. Sergey Mendeleev, Gründer von Exved, kritisierte den Schritt und deutete an, dass eine Verschärfung der Vorschriften den Markt in den Untergrund treiben könnte. Er verglich die Situation mit der Regulierung von Casinos und merkte an, dass die Nutzer möglicherweise nicht weniger handeln, sondern wahrscheinlich auf unregulierte, Offshore- oder Untergrundplätze ausweichen werden, um die staatliche Kontrolle zu umgehen.

Wie reagiert der Markt?

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