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31. März 2026 um 07:03

Bitcoin-Nachfrage sinkt durch steigende Realzinsen

Bitcoin-Nachfrage sinkt durch steigende Realzinsen
Quick Take
  • Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin hat sich deutlich abgeschwächt, wobei das Absorptions-Emissions-Verhältnis (AER) von 5,3x im Februar auf zuletzt nur noch 1,3x gesunken ist.
  • Die Realzinsen steigen, was sich am Renditehoch der 10-jährigen TIPS von 2,12 % zeigt; dies macht renditelose Vermögenswerte wie Bitcoin für Anleger weniger attraktiv.
  • Ein stagnierendes Wachstum bei Stablecoins und abkühlende Zuflüsse in Spot-ETFs deuten auf einen Mangel an frischer Liquidität im Kryptomarkt hin.

Verschiebung der Angebots- und Nachfragedynamik

Obwohl der Bitcoin-Kurs in dieser Woche um 2 % gestiegen ist, sieht sich der Vermögenswert einem schwierigen Umfeld von Angebot und Nachfrage gegenüber. Nach dem Halving im April 2024 produziert das Netzwerk täglich etwa 450 neue BTC, basierend auf einer Blockbelohnung von 3,125 BTC. Während das institutionelle Interesse zuvor sprunghaft anstieg, deuten jüngste Daten auf eine erneute „institutionelle Apathie“ hin.

Analysten von Bitfinex berichten, dass ihr Absorptions-Emissions-Verhältnis (AER) – welches die institutionellen Käufe im Verhältnis zur Miner-Produktion misst – eingebrochen ist. Mit 1,3x liegt die Nachfrage nur noch geringfügig über der täglichen Emission. Dies ist ein drastischer Rückgang gegenüber dem Ende Februar verzeichneten Verhältnis von 5,3x und deutet darauf hin, dass der aktuellen Rallye der aggressive Kaufdruck fehlt, der zu Beginn des Jahres zu beobachten war.

Druck durch steigende Realrenditen

Ein erheblicher Gegenwind für Bitcoin ist der Anstieg der Realzinsen, also der inflationsbereinigten Renditen von US-Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen inflationsgeschützten Wertpapiere (TIPS) stieg um mehr als 30 Basispunkte auf 2,02 % und erreichte letzte Woche mit 2,12 % den höchsten Stand seit Juni 2025.

Da Bitcoin keine inhärente Rendite oder Cashflow bietet, hat er es schwer, mit Staatsanleihen zu konkurrieren, die hohe garantierte Realrenditen abwerfen. Diese Verschiebung zieht in der Regel Kapital aus Risikoanlagen ab. Die Analysten von Bitfinex merkten an, dass ohne eine Kehrtwende der Federal Reserve hin zu niedrigeren Zinsen und verbesserter Liquidität die Fähigkeit von Bitcoin, eine Rallye aufrechtzuerhalten, begrenzt bleibt.

Makroökonomische Hemmnisse und Marktausblick

Die breitere Wirtschaftslandschaft belastet ebenfalls die digitalen Vermögenswerte. Michael J. Kramer, Gründer von Mott Capital Management, beobachtete, dass die 10-jährige Realrendite schneller steigt als die 5-jährige Rendite, was signalisiert, dass der Markt längerfristig mit strafferen Finanzbedingungen rechnet.

Darüber hinaus tragen folgende Faktoren zur aktuellen Marktstagnation bei:

  • Fehlende neue Fiat-Zuflüsse über Stablecoins.
  • Steigende Ölpreise, die die globalen Finanzbedingungen verschärfen.
  • Ein Nachlassen des Interesses an Bitcoin-Spot-ETFs im Vergleich zur Hochphase Anfang 2025.

Solange die Ölpreise weiter steigen und die Realrenditen hoch bleiben, wird das Umfeld für Risikoanlagen wie Bitcoin voraussichtlich restriktiv bleiben.

Wie reagiert der Markt?

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