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31. März 2026 um 02:34

Asien kauft russisches Öl wegen Versorgungsengpass im Iran

Asien kauft russisches Öl wegen Versorgungsengpass im Iran
Quick Take
  • Globale Öllieferunterbrechungen haben einen kritischen Punkt erreicht, da etwa 20 % des weltweiten Angebots aufgrund des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran blockiert sind.
  • Washington hat eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen für bereits auf See befindliche Lieferungen von russischem Rohöl eingeführt, um den Energiemarkt zu stabilisieren.
  • Südostasiatische Nationen, darunter die Philippinen und Vietnam, wenden sich zunehmend Moskau zu, um ihre Energieversorgung angesichts explodierender heimischer Treibstoffpreise zu sichern.

Eskalierende Versorgungskrise in Asien

Der Krieg unter Beteiligung des Irans hat die Straße von Hormus faktisch geschlossen – eine lebenswichtige maritime Verkehrsader, über die zuvor ein Großteil der weltweiten Energieexporte nach Asien gelangte. Die Situation verschärfte sich jüngst durch den Eintritt der von Iran unterstützten Huthi-Rebellen in den Konflikt, was die internationalen Schifffahrtswege weiter gefährdet. Als Reaktion auf den zunehmenden Druck auf die weltweite Rohölversorgung haben die USA die Beschränkungen für bereits im Transit befindliche russische Öllieferungen gelockert, eine Maßnahme, die zunächst Indien und später dem Rest der Welt gewährt wurde.

Obwohl dieser Politikwechsel eine vorübergehende Chance für energiehungrige Nationen bietet, bleibt das Volumen der verfügbaren Fracht begrenzt. Muyu Xu, leitende Analystin bei Kpler, wies darauf hin, dass das Zeitfenster für die Sicherung dieser Lieferungen rasch schrumpft. Laut Daten von Kpler befinden sich derzeit etwa 126 Millionen Barrel russisches Rohöl auf See, um die nun ein heftiger Wettbewerb zwischen den Nationen des Kontinents entbrannt ist.

Reaktionen in Südostasien auf den Energienotstand

Die Auswirkungen des Versorgungsschocks sind auf den Philippinen am deutlichsten spürbar, wo die Regierung den Energienotstand ausgerufen hat. Zum ersten Mal seit fünf Jahren importierte die Regierung in Manila russisches Rohöl, um eine Krise abzumildern, die zu kilometerlangen Schlangen an Tankstellen führte und Fluggesellschaften dazu veranlasste, Treibstoffrationierungen in Erwägung zu ziehen. Vor dem Konflikt waren die Philippinen bei fast 97 % ihrer Seeölimporte vom Nahen Osten abhängig.

Andere regionale Akteure vollziehen ähnliche strategische Kehrtwenden:

  • Vietnam: Premierminister Pham Minh Chinh besuchte kürzlich Russland, um Abkommen über Öl-, Gas- und Kernenergiekooperationen zu sichern, da steigende Dieselpreise den Fertigungssektor des Landes unter Druck setzen.
  • Thailand: Nach der Aufhebung von Preisobergrenzen am 26. März sprangen die Dieselpreise um 18 % in die Höhe, was die Transportkosten und Preise für Konsumgüter nach oben treibt.
  • Indonesien: Energieminister Bahlil Lahadalia bestätigte, dass die Regierung alle Partner, einschließlich Russland und Brunei, in Betracht zieht, um die nationalen Reserven zu stärken.

Produktionsbeschränkungen Russlands und Marktausblick

Trotz der sprunghaft angestiegenen Nachfrage ist Russlands Fähigkeit, die globale Versorgungslücke zu schließen, begrenzt. Die Exportmengen erreichten im März 3,8 Millionen Barrel pro Tag, ein Anstieg gegenüber 3,2 Millionen im Februar, liegen aber immer noch unter dem Höchststand von 3,9 Millionen aus der Mitte des Jahres 2023. Moskaus Exportinfrastruktur ist durch die vierjährige Invasion der Ukraine und jüngste Drohnenangriffe auf seine Energieanlagen beeinträchtigt.

Indien und China bleiben die dominierenden Käufer, obwohl selbst ihre massiven Importe möglicherweise nicht ausreichen. Indiens Importe von russischem Öl stiegen im März auf 1,9 Millionen Barrel pro Tag, was jedoch den Verlust der 2,6 Millionen Barrel, die zuvor aus dem Nahen Osten bezogen wurden, nicht vollständig ausgleicht. Während China über massive Lagerbestände von 1,2 Milliarden Barrel verfügt, haben ärmere Nationen der Region kaum Alternativen. Experten warnen, dass viele asiatische Volkswirtschaften vor tiefer Armut und lang anhaltenden Energieengpässen stehen werden, sollten die USA ihre Sanktionserleichterungen nicht über den April hinaus verlängern.

Wie reagiert der Markt?

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