
30. März 2026 um 15:14
Bitcoin-Hashrate fällt erstmals seit 6 Jahren im Q1 wegen KI-Shift

- Die Bitcoin-Hashrate verzeichnete im ersten Quartal den ersten Rückgang seit sechs Jahren und sank seit Jahresbeginn um etwa 4 %.
- Produktionskosten von rund 90.000 $ pro Bitcoin bei einem Marktpreis von etwa 67.000 $ führen zu negativen Margen für die Miner.
- Börsennotierte Mining-Unternehmen investieren verstärkt in Künstliche Intelligenz (KI) und Hochleistungsrechnen (HPC), um stabilere Erträge zu erzielen.
Historischer Rückgang der Rechenleistung
Zum ersten Mal seit 2020 ist die gesamte Rechenleistung, die das Bitcoin-Netzwerk absichert, im ersten Quartal gesunken. Die Hashrate liegt derzeit bei etwa 1 Zettahash pro Sekunde (ZH/s) und ist damit seit Beginn des Jahres 2026 um 4 % gefallen. Dies steht im Gegensatz zu den letzten fünf Jahren, in denen der Wert von etwa 100 Exahashes pro Sekunde (EH/s) um das Zehnfache anstieg. Üblicherweise verzeichnete das erste Quartal stets ein Wachstum von über 10 %; im Jahr 2022 verdoppelte sich der Wert sogar fast.
Wirtschaftlicher Druck und der Schwenk zur KI
Die Entwicklung im Jahr 2026 spiegelt die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Mining-Sektor wider. Da die Produktionskosten bei fast 90.000 $ pro Bitcoin liegen, der Spotpreis jedoch nur bei rund 67.000 $ notiert, arbeiten viele Betreiber unrentabel. Als Reaktion darauf bauen viele börsennotierte Miner ihre Infrastruktur für KI und High-Performance Computing (HPC) um, da dort die Renditen höher und besser planbar sind.
Finanziert wird dieser Wandel durch die Ausgabe von Schuldtiteln und den Verkauf von Bitcoin-Beständen, was die Reinvestitionen in das klassische Mining reduziert. Infolgedessen reagiert die Hashrate nun empfindlicher auf Preisschwankungen; bei anhaltend niedrigen Kursen ist mit weiteren Austritten kleinerer Marktteilnehmer zu rechnen.
Dezentralisierung und Zukunftsaussichten
Obwohl eine sinkende Hashrate Sicherheitsbedenken aufwerfen kann, könnte die Dezentralisierung des Netzwerks davon profitieren. Aktuell entfallen über 40 % der weltweiten Hashrate auf börsennotierte US-Miner. Eine Abkehr dieser Großakteure könnte zu einer geografisch breiter verteilten Netzwerkstruktur führen.
- CoinShares prognostiziert bis Ende 2026 ein Ansteigen der Hashrate auf 1,8 ZH/s.
- Diese Prognose gilt jedoch nur unter der Bedingung, dass sich der Bitcoin-Preis in Richtung 100.000 $ erholt.
- Bleibt der Preis schwach, dürften ineffiziente Miner weiterhin den Markt verlassen.
Wie reagiert der Markt?
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