30. März 2026 um 13:06
Zinserhöhungen bei Fed und BoJ rücken näher

- Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von 69 % ein, dass die Bank of Japan (BoJ) bei ihrer Sitzung am 28. April die Zinsen anheben wird.
- Die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran verstärken die Inflationsrisiken, was die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik sowohl bei der BoJ als auch bei der US-Notenbank (Fed) erhöht.
- Eine Abkehr von der japanischen Ultraniedrigzinspolitik könnte den Yen-Carry-Trade umkehren, was Risikoanlagen wie Bitcoin unter Druck setzen könnte.
Globale Straffungserwartungen nehmen zu
Zinserhöhungen sind nicht mehr nur ein Thema in den USA. Während Marktteilnehmer bereits damit rechnen, dass die Fed in den kommenden Wochen die Kreditkosten erhöhen wird, richtet sich der Fokus nun auch auf die Bank of Japan. Laut von Bloomberg erfassten Daten sehen Händler eine Chance von etwa 69 % für eine Anhebung des Leitzinses durch die BoJ am 28. April. Eine Zusammenfassung der jüngsten Sitzung zeigt, dass Mitglieder aufgrund des Konflikts im Nahen Osten und dessen inflationärer Auswirkungen auf Japan eine stärkere Zinsanhebung fordern.
Das Ende des Carry Trades und Marktfolgen
Jahrelange extrem niedrige Zinsen in Japan ermutigten Händler, Kredite in Yen aufzunehmen und in höher verzinsliche Märkte zu investieren – der sogenannte Carry Trade. Dies hielt die Kreditkosten weltweit niedrig und befeuerte Kursgewinne bei Risikoanlagen wie Kryptowährungen. Doch die BoJ hat ihren Kurs bereits geändert und den Zinssatz in den letzten zwei Jahren von -0,1 % auf 0,75 % angehoben. Obwohl die Zinsen in Japan mit 3,5 % in den USA noch deutlich unter dem Niveau liegen, könnte eine weitere Straffung die Kapitalflüsse umkehren und den Krypto-Bärenmarkt verschärfen.
Fiskalische Herausforderungen und Währungsverfall
Eine Zinserhöhung ist angesichts der prekären Haushaltslage Japans eine Herausforderung. Die Schuldenquote des Landes liegt bei massiven 240 % des BIP, was bedeutet, dass höhere Zinsen die staatlichen Kreditkosten drastisch erhöhen würden. Ökonomen sehen Japan in einer Zwickmühle: Höhere Zinsen gefährden die Schuldentragfähigkeit, während niedrige Zinsen den Verfall des Yen beschleunigen. Der JPY hat seit 2021 um 54 % an Wert verloren und notiert aktuell bei etwa 160 pro US-Dollar, dem schwächsten Stand seit Mitte 2024.
Wie reagiert der Markt?
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