Südkorea
Südkorea·Regulierung

30. März 2026 um 13:00

Naver verschiebt Dunamu-Deal wegen regulatorischer Prüfungen

Naver verschiebt Dunamu-Deal wegen regulatorischer Prüfungen
Quick Take
  • Naver Financial hat den geplanten Aktientausch mit Dunamu, dem Betreiber der größten südkoreanischen Krypto-Börse Upbit, um etwa drei Monate verschoben.
  • Die Transaktion soll nun am 30. September abgeschlossen werden, nachdem am 18. August eine Abstimmung der Aktionäre stattgefunden hat.
  • Die Verzögerung erfolgt vor dem Hintergrund eines abkühlenden Kryptomarktes und eines gemeldeten Rückgangs des Jahresüberschusses von Dunamu um 27,9 % für das Jahr 2025.

Verlängerter Zeitplan und regulatorische Aufsicht

Naver Financial hat den Zeitplan für die Übernahme von Dunamu offiziell nach hinten verschoben, wie aus einer Meldung bei der Finanzaufsichtsbehörde (FSS) hervorgeht. Ursprünglich für Ende Mai oder Anfang Juni geplant, wird der Abschluss des Geschäfts nun für Ende September erwartet. Bei der Transaktion im Wert von etwa 10,3 Milliarden US-Dollar handelt es sich um ein reines Aktiengeschäft, mit dem der Upbit-Betreiber zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Naver Financial gemacht werden soll.

Die Verzögerung wird in erster Linie auf laufende Prüfungen durch Kartellbehörden und Finanzregulierer zurückgeführt. Das Geschäft erfordert mehrere Genehmigungen in Bezug auf Änderungen bei den Hauptaktionären und die Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen. Naver Financial wies darauf hin, dass der Zeitplan je nach Fortschritt dieser Genehmigungsverfahren weiteren Anpassungen unterliegen oder sogar ganz abgesagt werden könnte.

Auswirkungen der sich entwickelnden Gesetzgebung

Die südkoreanische Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte ist ein wesentlicher Faktor für den Fortgang des Geschäfts. Die Regierung bereitet den Digital Asset Basic Act vor, einen umfassenden Regulierungsrahmen der zweiten Phase, der voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 umgesetzt wird. Diese Gesetzgebung wird über die bestehenden Regeln zum Nutzerschutz hinausgehen, um eine breitere Governance-Struktur für die Branche zu schaffen.

Beide Unternehmen beobachten genau, wie sich dieses neue rechtliche Umfeld auf den Unternehmenszusammenschluss auswirken wird. Das Geschäft stellt eine der bedeutendsten Integrationen von traditionellen Fintech- und Kryptowährungsplattformen im Land dar und zieht intensive Aufmerksamkeit von Gesetzgebern und Regulierungsbehörden auf sich.

Wirtschaftlicher Rückgang und Marktkontext

Die Verschiebung fällt mit einer Phase sinkender Rentabilität für Dunamu zusammen. Der Geschäftsbericht des Unternehmens für das Jahr 2025 zeigt einen deutlichen Rückgang der finanziellen Leistung aufgrund geringerer Handelsaktivitäten:

  • Betriebsumsatz: 1,56 Billionen Won (ca. 1 Milliarde US-Dollar), ein Rückgang von 10 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Betriebsergebnis: 869,3 Milliarden Won (ca. 573,3 Millionen US-Dollar), ein Minus von 26,7 %.
  • Nettogewinn: 708,9 Milliarden Won (ca. 467 Millionen US-Dollar), ein Rückgang von 27,9 %.

Branchenanalysten von 10x Research betonen, dass die Marktnachfrage einen Tiefstand wie seit 2022 nicht mehr erreicht hat, wobei wöchentliche Volumina und Netzwerknutzungsindikatoren wie Ethereum-Gebühren eine allgemeine Marktabkühlung signalisieren. Dieses Umfeld hat sich direkt auf die Einnahmequellen von Upbit ausgewirkt, die stark von Transaktionsgebühren abhängen.

Wie reagiert der Markt?

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