30. März 2026 um 12:41
Coinbase-Umfrage: Mehrheit der Krypto-Nutzer versteht Steuern nicht

- Weniger als die Hälfte der Kryptowährungs-Investoren versteht die grundlegenden Steuervorschriften für digitale Vermögenswerte.
- Der 2026 Crypto Tax Readiness Report hebt eine erhebliche Verwirrung im Zusammenhang mit den neuen 1099-DA Steuerformularen hervor.
- Coinbase erwartet, über vier Millionen Steuerformulare an Nutzer mit Erträgen unter 600 $ auszustellen.
Erhebliche Wissenslücken bei Investoren
Eine aktuelle Umfrage von Coinbase und Cointracker offenbart ein tiefgreifendes Unverständnis in Bezug auf die Besteuerung von Kryptowährungen. Die Studie, für die Ende 2025 insgesamt 3.000 US-Kryptonutzer befragt wurden, ergab, dass nur 49 % der Befragten korrekt wissen, dass der Verkauf von Kryptowährungen ein steuerpflichtiges Ereignis darstellt. Im Gegensatz dazu glaubt fast ein Viertel der Investoren fälschlicherweise, dass bereits der einfache Transfer von Vermögenswerten zwischen Wallets eine Steuerpflicht auslöst.
Diese Unklarheit besteht fort, obwohl die Mehrheit der Nutzer die Absicht hat, die Steuergesetze einzuhalten. Die Studie deutet darauf hin, dass die Komplexität der Verwaltung von Vermögenswerten über mehrere Dienste hinweg die Hauptursache für diese Verwirrung ist. Im Durchschnitt verwalten Nutzer ihre Bestände auf 2,5 verschiedenen Plattformen oder Wallets, wobei 83 % Self-Custodial Wallets nutzen. Diese Fragmentierung macht es für viele schwierig, ihre Anschaffungskosten (Cost Basis) – den ursprünglichen Kaufpreis zur Berechnung von Kapitalgewinnen – genau zu verfolgen.
Herausforderungen bei Anschaffungskosten und Berichterstattung
Die Umfrage ergab, dass 60 % der Coinbase-Kunden unvollständige Daten zu ihren Anschaffungskosten haben, da digitale Vermögenswerte häufig zwischen verschiedenen Umgebungen bewegt werden. Nur 35 % der Befragten gaben an, ihre Anschaffungskosten jemals manuell angepasst zu haben, um die Richtigkeit zu gewährleisten. Die Einführung des 1099-DA-Formulars wird diese Probleme voraussichtlich verschärfen, da das neue System ein gewisses Maß an Überberichterstattung vorsieht.
Coinbase äußerte besorgt, dass das derzeitige Steuersystem Kleinstaktivitäten erfasst, die kaum nennenswerte Steuereinnahmen generieren, aber hohe Compliance-Hürden schaffen. Zu den zentralen Herausforderungen gehören:
- Jede Stablecoin-Zahlung und DeFi-Transaktion gilt technisch gesehen als steuerpflichtiges Ereignis.
- Ethereum-Gas-Gebühren werden ebenfalls als steuerpflichtige Ereignisse behandelt.
- Über vier Millionen Formulare werden für Transaktionen von insgesamt weniger als 600 $ ausgestellt.
Auswirkungen auf Innovation und Branchenperspektiven
Coinbase argumentiert, dass diese Berichtspflichten eine Bedrohung für die Innovation darstellen, die durch den GENIUS Act gefördert werden sollte. Die Börse gibt zu bedenken, dass die Belastung für gewöhnliche Nutzer die Einführung digitaler Vermögenswerte im Alltag behindern könnte. Einige Branchenexperten sehen den Übergang zu einer standardisierten Berichterstattung jedoch als positiven Schritt für die Reifung des Sektors.
Matt Price, Direktor für Untersuchungen bei Elliptic und ehemaliger IRS-Spezialagent, vergleicht das neue 1099-DA mit den 1099-B-Formularen traditioneller Broker. Price merkte an, dass die Berechnung der Kostenbasis beim Hochfrequenzhandel zwar schwierig sei, die Branche diese Herausforderung jedoch meistern müsse, um eine Integration in den Mainstream zu erreichen. Er geht davon aus, dass die Standardisierung den Markt von breit angelegten manuellen Untersuchungen hin zu gezielteren Strafverfolgungsmaßnahmen führen wird, was letztlich die langfristige Akzeptanz fördert.
Wie reagiert der Markt?
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