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30. März 2026 um 11:35

Iran-Krieg: Weltwirtschaft unter Druck durch Ölpreis-Schock

Iran-Krieg: Weltwirtschaft unter Druck durch Ölpreis-Schock
Quick Take
  • Die globale Energieinfrastruktur erleidet durch Angriffe auf iranische und katarische Anlagen langfristige Schäden, deren Behebung voraussichtlich Jahre dauern wird.
  • Die Ölpreise sind massiv gestiegen: Brent-Rohöl erreichte 105,32 $ und die US-Referenzsorte 99,64 $ pro Barrel.
  • Die Straße von Hormus, durch die 20 % des weltweiten Erdöls transportiert werden, ist faktisch gesperrt, was die größte Versorgungsunterbrechung der Geschichte darstellt.
  • Wirtschaftsexperten warnen vor einer drohenden globalen Rezession und der Rückkehr der Stagflation im Stil der 1970er Jahre aufgrund steigender Kosten und sinkenden Wachstums.

Zerstörung der Energieinfrastruktur

Der anhaltende Konflikt zwischen dem Iran, den USA und Israel hat sich von vorübergehenden Marktschwankungen zu dauerhaften strukturellen Schäden entwickelt. Am 18. März führte ein Angriff auf das Erdgasterminal Ras Laffan in Katar – das 20 % des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) produziert – zum Verlust von 17 % der Exportkapazität des Landes. QatarEnergy erklärte, dass die Instandsetzung dieser Anlage bis zu fünf Jahre dauern könnte.

Christopher Knittel, Energieökonom am MIT, stellte fest, dass die physische Zerstörung der Infrastruktur dafür sorgt, dass die wirtschaftlichen Folgen dieses Krieges langanhaltend sein werden. Diese Einschätzung wird von der Internationalen Energieagentur (IEA) geteilt, die die aktuelle Situation als die bedeutendste Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes bezeichnet.

Marktfolgen und der Ölschock

Der Konflikt löste eine sofortige Energiekrise aus, als der Iran am 28. Februar als Reaktion auf Angriffe die Straße von Hormus effektiv sperrte. Diese Blockade hat den Transport von täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl gestoppt.

  • Der Preis für Brent-Rohöl stieg am Freitag um 3,4 % auf 105,32 $, verglichen mit etwa 70 $ vor Kriegsbeginn.
  • US-Rohöl kletterte um 5,5 % auf 99,64 $ pro Barrel.
  • Harnstoffpreise sprangen um 50 % nach oben, während Ammoniak um 20 % teurer wurde, was die globale Ernährungssicherheit bedroht.

Gita Gopinath, ehemalige Chefökonomin des IWF, warnte, dass das globale Wachstum um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte sinken könnte, falls die Ölpreise bis 2026 hoch bleiben. Zudem hat Gregory Daco von EY-Parthenon die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession auf 40 % erhöht (normales Risiko liegt bei 15 %).

Globaler wirtschaftlicher Druck und Rationierung

Entwicklungsländer tragen die Hauptlast der Krise und haben Schwierigkeiten, im Wettbewerb um die begrenzten Energieressourcen zu bestehen. In Asien, wohin über 80 % des Öls und LNG aus der Straße von Hormus fließen, haben Staaten drastische Sparmaßnahmen ergriffen:

  • Die Philippinen haben die Arbeitswoche im öffentlichen Dienst auf vier Tage verkürzt und die Nutzung von Klimaanlagen eingeschränkt.
  • Thailand hat Staatsbedienstete angewiesen, Treppen statt Aufzüge zu benutzen, um Strom zu sparen.
  • Indien priorisiert Haushalte bei der LPG-Versorgung, was dazu führt, dass lokale Betriebe ihre Öffnungszeiten verkürzen oder schließen müssen.
  • Südkorea hat erneut Kraftstoffpreisdeckel eingeführt und die Fahrzeugnutzung für Staatsangestellte eingeschränkt.

In den USA sorgt die heimische Produktion zwar für eine gewisse Isolierung, doch die Verbraucher spüren den Druck an den Tankstellen deutlich. Laut AAA ist der durchschnittliche Benzinpreis auf fast 4 $ pro Gallone gestiegen, verglichen mit 2,98 $ vor einem Monat. Mark Zandi von Moody’s Analytics betonte, dass die psychologische und wirtschaftliche Last dieser Kosten die Konsumstimmung erheblich dämpft.

Wie reagiert der Markt?

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