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30. März 2026 um 10:41

Fed-Vorsitz: Anhörung von Kevin Warsh für Mitte April geplant

Fed-Vorsitz: Anhörung von Kevin Warsh für Mitte April geplant
Quick Take
  • Die Anhörung zur Bestätigung von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der Federal Reserve vor dem Bankenausschuss des US-Senats wird voraussichtlich in der Woche vom 13. April stattfinden.
  • Die Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden Jerome Powell endet regulär am 15. Mai, er wird jedoch bis zur offiziellen Bestätigung eines Nachfolgers im Amt bleiben.
  • Warsh strebt einen Regimewechsel in der Geldpolitik an, insbesondere bei der Zinspolitik und der Verwaltung der Zentralbankbilanz.

Zeitplan der Anhörung und Nominierungsprozess

Berichten zufolge plant der Bankenausschuss des Senats die Nominierungsanhörung für Kevin Warsh für Mitte April. Während die Woche des 13. April als Zielzeitraum gilt, bleibt der genaue Termin flexibel, da er von der rechtzeitigen Einreichung aller erforderlichen Unterlagen durch Warsh abhängt.

Dieser Zeitplan ist entscheidend für den Führungswechsel bei der US-Notenbank. Jerome Powell hat zugesichert, die Stabilität zu wahren und so lange im Amt zu bleiben, bis der Nachfolgeprozess abgeschlossen ist. Warsh war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Fed, nachdem er vom damaligen Präsidenten George W. Bush nominiert worden war.

Vision für die Politik der Federal Reserve

Der 55-jährige Nominierte hat sich wiederholt kritisch zum aktuellen Kurs der Zentralbank geäußert. Warsh fordert einen grundlegenden Regimewechsel und bemängelte in der Vergangenheit insbesondere das Zögern der Fed bei Zinssenkungen. Er bezeichnete die Zurückhaltung der Notenbank in öffentlichen Statements als deutlichen Minuspunkt.

Zusätzlich zur Zinspolitik wird erwartet, dass Warsh eine neue Strategie für das Bilanzmanagement der Fed vorantreiben wird. Seine siebenjährige Erfahrung als Führungskraft bei Morgan Stanley im Bereich Fusionen und Übernahmen gilt als Grundlage für seine marktorientierte Sicht auf die Geldpolitik.

Politischer Widerstand und Hürden

Trotz der geplanten Anhörung stößt die Personalie Warsh auf erheblichen Widerstand im Senat. Senatorin Elizabeth Warren kritisierte den Nominierten scharf und warf ihm in einem Brief vor, nichts aus der Finanzkrise 2008 gelernt zu haben. Warren bezeichnete Warsh als potenziellen Abnick-Kandidaten für eine Politik, die die Interessen der Wall Street über die der Allgemeinheit stelle.

Weitere Hindernisse im Prozess:

  • Senator Thom Tillis hat angekündigt, alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis eine Untersuchung des Justizministeriums (DOJ) gegen Jerome Powell abgeschlossen ist.
  • Die Untersuchung des Justizministeriums, die im Januar begann, befasst sich mit Ausgaben für ein langjähriges Renovierungsprojekt von Fed-Gebäuden.
  • Kritiker verweisen zudem auf Warshs enge Verbindungen zu Großbanken als potenziellen Interessenkonflikt bei Regulierungsfragen.

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