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Vereinigte Staaten·Regulierung

30. März 2026 um 10:15

Kalifornien verbietet Insiderhandel auf Prognosemärkten

Kalifornien verbietet Insiderhandel auf Prognosemärkten
Quick Take
  • Gouverneur Gavin Newsom hat eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die es von der Regierung ernannten Beamten und deren engem Umfeld untersagt, auf Prognosemärkten mit nicht öffentlichen Informationen zu handeln.
  • Das Verbot erstreckt sich auf Ehepartner, Familienmitglieder und ehemalige Geschäftspartner, um zu verhindern, dass der öffentliche Dienst als Methode zur schnellen Bereicherung missbraucht wird.
  • Diese Maßnahme auf Bundesstaatsebene spiegelt vorgeschlagene Bundesgesetze wider, darunter den BETS OFF Act und den PREDICT Act, die ähnliche Risiken durch Insiderhandel bekämpfen.

Verschärfung der Aufsicht über Prognosemärkte

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat am Freitag eine neue Richtlinie erlassen, um Insiderhandel unter Regierungsbeamten zu unterbinden. Die Durchführungsverordnung richtet sich gezielt an vom Gouverneur ernannte Personen und verbietet ihnen, vertrauliche oder nicht öffentliche Daten zu nutzen, um finanzielle Vorteile auf Plattformen wie Polymarket zu erlangen. Newsom betonte, dass öffentliche Ämter nicht der persönlichen Bereicherung dienen dürfen: „Der öffentliche Dienst sollte kein Schnell-reich-werden-System sein.“

Der Umfang dieser Verordnung ist breit gefasst und deckt nicht nur die Beamten selbst ab, sondern auch deren Ehepartner, unmittelbare Familienangehörige und frühere Geschäftspartner. Durch das Schließen dieser Schlupflöcher will die Regierung sicherstellen, dass Personen mit Einfluss auf politische oder wirtschaftliche Ergebnisse nicht von sensiblen Informationen profitieren können, bevor diese an die Öffentlichkeit gelangen.

Beispiele für riskante Handelsgeschäfte

Das Büro des Gouverneurs hob mehrere Fälle hervor, in denen Insider mutmaßlich ihre Positionen zum eigenen Vorteil ausgenutzt haben. Ein bemerkenswerter Fall betraf sechs mutmaßliche politische Insider, die Gewinne auf Basis von Informationen über US-Militärschläge im Iran erzielten. In einem weiteren Fall im Januar sicherte sich ein Händler auf Polymarket einen Gewinn von 410.000 US-Dollar, indem er auf die Verhaftung des ehemaligen venezolanischen Führers Nicolás Maduro wettete, nur wenige Stunden bevor diese erfolgte.

Solche Aktivitäten haben Besorgnis über die nationale Sicherheit und die Integrität demokratischer Prozesse ausgelöst. Gesetzgeber argumentieren, dass Wetten auf sensible Ereignisse wie Kriege oder Wahlen gefährliche Anreize schaffen und das öffentliche Vertrauen untergraben.

Gesetzgeberische Reaktionen auf Bundesebene

Die kalifornische Verordnung fällt zusammen mit einer wachsenden Dynamik in Washington D.C. zur Regulierung von Prognosemärkten. Im März 2026 brachten der texanische Kongressabgeordnete Greg Casar und der Senator von Connecticut Chris Murphy den BETS OFF Act ein. Dieser Gesetzentwurf zielt darauf ab, Regierungsinsider daran zu hindern, von Märkten zu profitieren, die mit Konflikten oder Todesfällen in Zusammenhang stehen.

Zusätzlich schlugen die US-Abgeordneten Adrian Smith und Nikki Budzinski im März den PREDICT Act vor. Dieses Gesetzesvorhaben richtet sich spezifisch gegen hochrangige Beamte, einschließlich des US-Präsidenten und Mitgliedern des Kongresses, um zu verhindern, dass diese Wetten auf Prognoseplattformen abschließen.

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