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Vereinigte Staaten·Regulierung

30. März 2026 um 10:00

Detroit unterstützt Michigan im Streit gegen Coinbase

Detroit unterstützt Michigan im Streit gegen Coinbase
Quick Take
  • Die Stadt Detroit hat die Erlaubnis erhalten, einen Amicus-Curiae-Schriftsatz zur Unterstützung der Behörden von Michigan in deren Rechtsstreit mit Coinbase einzureichen.
  • Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob Prognosemärkte von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) oder den Glücksspielbehörden der einzelnen Bundesstaaten reguliert werden sollten.
  • Coinbase reichte die Klage im Dezember ein, noch vor dem Start seiner Prognosemarktdienste, und stellte damit die Autorität mehrerer Bundesstaaten, darunter Michigan, Connecticut und Illinois, infrage.

Detroit greift in den Rechtsstreit ein

Die Stadt Detroit wird sich der juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Bundesstaat Michigan und der Kryptobörse Coinbase anschließen. Bezirksrichterin Shalina Kumar vom US District Court for the Eastern District of Michigan hat kürzlich einen Antrag genehmigt, der es der Stadt erlaubt, ein Gutachten als „Freund des Gerichts“ einzureichen. Die Anwälte von Detroit haben bis zum 3. April Zeit, das Dokument vorzulegen, das die staatlichen Beamten bei ihren Bemühungen unterstützen soll, die regulatorische Kontrolle über Prognosemärkte zu behalten.

Kompetenzkonflikt über Prognosemärkte

Die von Coinbase im Dezember eingereichte Klage argumentiert, dass Prognosemärkte – Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang künftiger Ereignisse wetten – unter die föderale Zuständigkeit der CFTC fallen und nicht unter die der Glücksspielbehörden der Bundesstaaten. Dieser rechtliche Schritt erfolgte etwas mehr als einen Monat vor der offiziellen Einführung der Prognosemarktdienste durch die Börse. Kern des Arguments ist, dass diese Verträge als Finanzrohstoffe und nicht als herkömmliches Glücksspiel behandelt werden sollten.

Breiteres regulatorisches Umfeld

Dieser Fall ist Teil eines größeren Konflikts, der mehrere Prognosemarktplattformen wie Kalshi und Polymarket betrifft, die in den USA mit verschiedenen rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Obwohl der CFTC-Vorsitzende Michael Selig neue Regeln zur Schaffung eines föderalen Rahmens vorgeschlagen hat, bleibt der Ausgang ungewiss. Stephen Piepgrass, Partner bei der Anwaltskanzlei Troutman Pepper Locke, deutete an, dass der Konflikt letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der USA landen könnte, wobei er auf das Urteil Murphy gegen NCAA aus dem Jahr 2018 verwies, das den Bundesstaaten das Recht zur Regulierung von Sportwetten einräumte.

Wirtschaftliche Auswirkungen für Michigan

Der Widerstand von Michigan und Detroit ist mit erheblichen wirtschaftlichen Interessen verknüpft. Nach Angaben des Michigan Gaming Control Board erwirtschafteten die Casinos in Detroit allein in den Monaten Januar und Februar einen Umsatz von mehr als 200 Millionen US-Dollar. Diese Betriebe steuerten über 24 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen für den Bundesstaat bei. Während einige Bundesstaaten wie Nevada und Arizona eine harte Haltung gegen Prognosemärkte eingenommen haben, gab es in anderen Staaten wie Tennessee Gerichtsurteile, die die Durchsetzung auf bundesstaatlicher Ebene vorübergehend blockieren.

Wie reagiert der Markt?

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