30. März 2026 um 09:24
Coinbase-Nutzer kritisieren aggressive Prognosemarkt-Pushs

- Coinbase-Nutzer äußern ihren Unmut über eine Flut von mobilen Benachrichtigungen, die während des March Madness Basketball-Turniers Wetten auf Prognosemärkten bewerben.
- Die Börse hat ihre Prognosemarkt-Dienste für Nutzer in den USA im Januar durch eine strategische Partnerschaft mit Kalshi eingeführt.
- Kritiker argumentieren, dass die Plattform ihren Fokus vom Kryptohandel auf Sportwetten verschiebt, was Bedenken hinsichtlich des Vertrauens der Nutzer und der regulatorischen Aufsicht aufwirft.
Widerstand der Nutzer gegen aggressives Marketing
Mehrere Coinbase-Nutzer haben sich in den sozialen Medien über die Häufigkeit und Art der App-Benachrichtigungen beschwert. Während des March Madness-Turniers berichteten Nutzer, dass sie innerhalb kurzer Zeit mehrere Alarme erhielten, die sie dazu ermutigten, Wetten auf Ereignisverträge abzuschließen.
Ein Nutzer, auf X als AvgJoesCrypto bekannt, bezeichnete diesen Wandel als „absurd“ und merkte an, dass er allein innerhalb einer Stunde drei separate Benachrichtigungen über College-Basketball erhalten habe. Der Nutzer kritisierte die Börse dafür, dass sie sich dem Sportwetten-Bereich zuwendet, um höhere Gebühren zu generieren – und das in einer Zeit, in der das Vertrauen in die Kryptoindustrie ohnehin gering sei. John Palmer, Mitbegründer von PartyDAO, teilte ähnliche Ansichten und hinterfragte die Entscheidung der Börse, ihrer Kernzielgruppe von Tradern Wettfunktionen so aggressiv aufzudrängen.
Regulatorische und rechtliche Herausforderungen
Der Aufstieg von Prognosemärkten hat Coinbase sowie andere Plattformen wie Polymarket und Kalshi ins Visier von staatlichen und bundesstaatlichen Regulierungsbehörden gerückt. Im Dezember, noch vor dem offiziellen Start des Dienstes, reichte Coinbase Klagen gegen Regulierungsbehörden in Connecticut, Illinois und Michigan ein. Die Rechtsstrategie der Börse besteht darin, zu argumentieren, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die exklusive Zuständigkeit für diese Märkte haben sollte und nicht die Glücksspielbehörden auf Bundesstaatsebene.
Derzeit drängt die CFTC auf eine umfassendere Kontrolle über Ereignisverträge, während verschiedene staatliche Behörden weiterhin Klagen gegen Prognoseplattformen einreichen. Dieser Kompetenzstreit bleibt ein Haupthindernis für den Ausbau legaler Wettmärkte in den Vereinigten Staaten.
Ethische und politische Bedenken
Über die Nutzererfahrung hinaus steht die Branche wegen ethischer Standards und Insiderhandel unter Beobachtung. Es gab Vorwürfe, dass regierungsnahe Personen Plattformen wie Polymarket genutzt hätten, um von politischen Ereignissen wie der möglichen Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu profitieren. Diese Vorfälle haben US-Gesetzgeber dazu veranlasst, Gesetze vorzuschlagen, die dem Präsidenten und Mitgliedern des Kongresses die Teilnahme an diesen Märkten untersagen würden.
Als Reaktion auf diese Bedenken haben die Plattformen neue Schutzmaßnahmen implementiert:
- Kalshi hat ein Verbot für politische Kandidaten eingeführt, mit Verträgen zu handeln, die ihre eigenen Kampagnen betreffen.
- Polymarket hat Maßnahmen ergriffen, um Märkte zu begrenzen, die ethisch sensibel sind oder leicht manipuliert werden können.
- Coinbase hat bisher noch keine öffentliche Stellungnahme zu den spezifischen Beschwerden bezüglich der Häufigkeit ihrer Benachrichtigungen abgegeben.
Wie reagiert der Markt?
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