
27. März 2026 um 04:22
Tether setzt auf KPMG & PwC für Audit vor US-Expansion

- Berichten zufolge wurde KPMG von Tether ausgewählt, um eine umfassende Prüfung der USDT-Stablecoin-Reserven im Wert von 185 Milliarden US-Dollar durchzuführen.
- PwC unterstützt das Unternehmen zudem bei der Vorbereitung seiner internen Berichtssysteme, um den strengen Standards einer vollständigen Finanzprüfung gerecht zu werden.
- Dieser Schritt hin zu mehr Transparenz erfolgt zeitgleich mit Tethers Plänen für eine Expansion in den USA und einer potenziellen Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar.
Übergang zu Big-Four-Prüfungsstandards
Tether geht über die bisherigen monatlichen Bestätigungen von BDO Italia hinaus und strebt eine vollständige Prüfung der Finanzberichte an. Während Bestätigungen lediglich eine Momentaufnahme der Reserven bieten, umfasst eine formelle Prüfung eine tiefergehende Untersuchung der internen Kontrollen, Verbindlichkeiten und Berichtssysteme. Finanzvorstand Simon McWilliams erklärte, dass das Unternehmen bereits nach dem "Big-Four-Prüfungsstandard" arbeite und betonte, dass die Prüfung im Rahmen eines formellen Mandats abgeschlossen werde. Um die Bereitschaft sicherzustellen, hat Tether PwC hinzugezogen, um die interne Infrastruktur zu verfeinern, bevor KPMG mit der offiziellen Prüfung beginnt.
Strategisches Wachstum und US-Ambitionen
Der Wandel hin zu institutioneller Transparenz ist ein entscheidender Bestandteil der breiteren Geschäftsstrategie von Tether. Das in El Salvador ansässige Unternehmen prüft Berichten zufolge eine Finanzierungsrunde in Höhe von 15 bis 20 Milliarden US-Dollar bei einer angestrebten Bewertung von rund 500 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatten potenzielle Investoren Bedenken hinsichtlich regulatorischer Risiken geäußert. Durch die Sicherung einer Prüfung durch eine Big-Four-Firma will Tether diese Sorgen entkräften und den Weg für eine Expansion in den Vereinigten Staaten ebnen. Das Unternehmen hat seine Compliance-Bereitschaft bereits durch die Einführung von USAT unter Beweis gestellt – einem an den Dollar gekoppelten Token, der dem im vergangenen Juli verabschiedeten Bundesrahmen des GENIUS Act entspricht.
Aufarbeitung historischer Bedenken bezüglich der Reserven
Jahrelang stand Tether wegen der Zusammensetzung seiner Reserven, die als Fundament für die Liquidität des globalen Kryptomarktes dienen, in der Kritik. Historisch wehrte sich das Unternehmen gegen detaillierte Offenlegungen, was zu einem langwierigen Rechtsstreit mit der Generalstaatsanwaltschaft von New York führte. Dokumente, die 2023 nach diesem Streit veröffentlicht wurden, zeigten, dass Tether im März 2021 einen Großteil seiner Reserven von 40,6 Milliarden US-Dollar bei der auf den Bahamas ansässigen Deltec Bank hielt. Diese Unterlagen belegten auch ein hohes Engagement in Handelspapieren internationaler Banken, darunter die Agricultural Bank of China und die ICBC. Die bevorstehende Prüfung durch KPMG soll nun den endgültigen Nachweis über Tethers aktuelle Bestände liefern, zu denen mittlerweile massive Positionen in US-Schatzwechseln gehören.
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