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26. März 2026 um 22:51

US-Abgeordneter: SEC überwacht Krypto-Betrug nicht mehr

US-Abgeordneter: SEC überwacht Krypto-Betrug nicht mehr
Quick Take
  • Abgeordneter Stephen Lynch kritisierte die SEC dafür, dass sie Durchsetzungsmaßnahmen im Krypto-Bereich zurückgefahren hat, und erklärte, die Behörde agiere nicht mehr als „Ordnungshüter“.
  • Die SEC hat Berichten zufolge den FinHub sowie mehrere Teams aufgelöst, die für die Überwachung von Betrugsfällen und die technische Expertise bei digitalen Vermögenswerten zuständig waren.
  • Ermittlungen und Durchsetzungsmaßnahmen gegen große Unternehmen, darunter Ripple Labs und Coinbase, wurden unter der aktuellen Regierung eingestellt.

Besorgnis über regulatorischen Rückzug

Während einer Anhörung des Unterausschusses für digitale Vermögenswerte, Finanztechnologie und künstliche Intelligenz des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses äußerte der Abgeordnete Stephen Lynch Bedenken hinsichtlich des aktuellen Kurses der Securities and Exchange Commission (SEC). Obwohl Lynch das Potenzial innovativer Technologien für das Gemeinwohl anerkannte, argumentierte er, dass die jüngsten regulatorischen Verschiebungen einen gefährlichen Rückzug aus der Marktüberwachung darstellen.

Lynch hob insbesondere die Auflösung des FinHub hervor, eines Büros, das technische Fachkenntnisse im Bereich Fintech bereitstellen sollte, sowie die Auflösung verschiedener Einheiten, die für die Untersuchung von Betrug und Scams verantwortlich waren. Laut dem Abgeordneten aus Massachusetts signalisieren diese Schritte, dass die SEC ihre Pflicht vernachlässigt, Investoren vor kriminellen Akteuren im Bereich der digitalen Vermögenswerte zu schützen.

Führungswechsel und politische Kehrtwende

Der Politikwechsel fällt mit bedeutenden Veränderungen in der Führungsebene zusammen, nachdem der ehemalige Vorsitzende Gary Gensler im Januar 2025 ausgeschieden war. Präsident Donald Trump nominierte Paul Atkins für die Leitung der Kommission und leitete damit einen nachsichtigeren Ansatz gegenüber der Branche ein. Diese Änderung hat zur Einstellung mehrerer hochkarätiger Ermittlungen und Verfahren gegen Branchenriesen wie Ripple Labs und Coinbase geführt.

Der Abgeordnete Bryan Steil, der den Unterausschuss leitet, vertrat eine gegensätzliche Ansicht. Er betonte, dass der Kongress einen klaren Rahmen schaffen müsse, um die aktuelle „Fragmentierung und Unsicherheit“ im Markt zu beseitigen. Steil sprach sich für eine Struktur aus, die es den Regulierungsbehörden ermöglicht, den Anforderungen der sich entwickelnden Technologie gerecht zu werden, ohne Innovationen zu ersticken.

Schaffung einer gesetzgeberischen Brücke

Als Reaktion auf den gesetzgeberischen Stillstand im Senat bezeichnete SEC-Vorsitzender Paul Atkins die aktuellen interpretativen Mitteilungen der Kommission als „Brücke“, um den Marktteilnehmern Klarheit zu verschaffen. Dies folgt auf eine Anfang des Monats unterzeichnete Absichtserklärung zwischen der SEC und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zur besseren Koordinierung der Aufsicht über die Finanzmärkte.

Die wichtigsten gesetzgeberischen Bemühungen konzentrieren sich weiterhin auf:

  • Den CLARITY Act, der einen umfassenden Marktstrukturrahmen für digitale Vermögenswerte schaffen soll.
  • Vorschläge, der CFTC weitreichendere Befugnisse über den Kryptowährungsmarkt einzuräumen.
  • Die laufende Entwicklung eines Gesetzentwurfs zur Kryptomarktstruktur, der derzeit den Senat durchläuft, um regulatorische Überschneidungen zu lösen.

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