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26. März 2026 um 19:37

Iran verschärft Kontrolle der Straße von Hormus durch Mautsystem

Iran verschärft Kontrolle der Straße von Hormus durch Mautsystem
Quick Take
  • Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist seit Beginn des Konflikts um 90 % eingebrochen; seit dem 1. März haben nur 150 Schiffe die Passage durchquert.
  • Die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) hat ein Überprüfungssystem eingeführt, bei dem Schiffe Details zu Ladung, Eigentümern und Besatzung an „zugelassene Vermittler“ übermitteln müssen.
  • Iran formalisiert offenbar ein „Mautstellen“-Regime, wobei bereits mindestens zwei Schiffe dokumentiert wurden, die Passagegebühren in chinesischen Yuan entrichtet haben.

Ein neuer Wächter an der Meerenge

Iran festigt seine Rolle als primärer Torwächter der Straße von Hormus, der weltweit wichtigsten Schlagader für Öltransporte. Daten von Lloyd’s List Intelligence deuten darauf hin, dass die IRGC ein De-facto-Mautsystem eingeführt hat, das Schiffe zwingt, von internationalen Routen in iranische Hoheitsgewässer nahe der Insel Larak abzuweichen. Diese Verschiebung ermöglicht es Teheran, eigene Exporte zu priorisieren; trotz regionaler Instabilität verlud Irans Terminal auf der Insel Kharg im März 1,6 Millionen Barrel, die größtenteils für private Raffinerien in China bestimmt waren.

Überprüfungs- und Eskortverfahren

Unter dem neuen Regime müssen Schiffe, die eine sichere Passage anstreben, eine „geopolitische Überprüfung“ durchlaufen. Dieser Prozess umfasst die Übermittlung sensibler Daten an Vermittler, die mit der IRGC in Verbindung stehen. Nach der Genehmigung erhalten die Schiffe einen speziellen Code und werden von iranischen Militärschiffen eskortiert. Die Sicherheitslage bleibt prekär: Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) berichtet, dass 18 Schiffe angegriffen und 7 Besatzungsmitglieder getötet wurden. Um Risiken zu minimieren, deaktiviert fast die Hälfte der Schiffe derzeit ihre Funkidentifikationssysteme.

Rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen

Die internationale Gemeinschaft reagiert besorgt auf diese Entwicklungen. Sultan al-Jaber, Chef der Abu Dhabi National Oil Co., bezeichnete die Instrumentalisierung der Wasserstraße als „wirtschaftlichen Terrorismus“, der die globalen Märkte destabilisiert. Obwohl Artikel 19 des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen die „friedliche Durchfahrt“ für zivile Schiffe vorschreibt, arbeiten iranische Abgeordnete derzeit an einem Gesetzentwurf, um diese Transitgebühren formal zu kodifizieren. Kritiker argumentieren, dass diese Praxis gegen internationales Recht verstößt und wahrscheinlich US-amerikanische sowie europäische Sanktionen gegen die IRGC umgeht.

Wie reagiert der Markt?

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