
26. März 2026 um 18:55
Trader setzen auf RWA-Perps während Altcoins weiter fallen
- Rohstoffgekoppelte Perpetual Futures auf der dezentralen Börse Hyperliquid machen im ersten Quartal 2026 über 67 % des HIP-3-Kontraktvolumens aus.
- Die Marktkapitalisierung von tokenisierten Real-World Assets (RWAs) ist im Jahresvergleich um 250 % gestiegen und erreichte auf öffentlichen Blockchains insgesamt 23 Milliarden US-Dollar.
- Geopolitische Instabilität im Nahen Osten hat die Ölpreise auf bis zu 120 US-Dollar pro Barrel getrieben, was Investoren dazu veranlasst, von schwächelnden Altcoins in rohstoffbasierte digitale Vermögenswerte umzuschichten.
Trendwende zum Onchain-Rohstoffhandel
Laut einem Bericht der Digital-Asset-Bank Sygnum verlagert sich das Anlegerinteresse rapide von traditionellen Altcoins hin zu Onchain-Perpetual-Futures, die an Rohstoffe wie Edelmetalle und Öl gekoppelt sind. Auf der dezentralen Börse (DEX) Hyperliquid sind diese Märkte zur dominierenden Kraft innerhalb der HIP-3-Kontrakte geworden, auch bekannt als „Builder-Deployed Perpetuals“. Im ersten Quartal 2026 machten diese Vermögenswerte mehr als 67 % des HIP-3-Handelsvolumens der Plattform aus.
Dies stellt eine deutliche Abkehr von früheren Markttrends dar. Frühere Daten zeigten, dass Indizes einst 90 % der HIP-3-Aktivität ausmachten – ein Wert, der inzwischen auf etwa 17 % eingebrochen ist. Zudem ist die Handelsaktivität an Wochenenden für diese Kontrakte seit Januar 2026 um das 9-Fache gestiegen, was darauf hindeutet, dass Krypto-Trader zunehmend Zuflucht in traditionellen Vermögenswerten suchen, während der breitere Altcoin-Markt weiterhin unter Druck steht.
Das Wachstum tokenisierter Real-World Assets
Lucas Schweiger, Forschungsleiter für das Digital-Asset-Ökosystem bei Sygnum, betonte, dass der Anstieg des Onchain-Rohstoffhandels Teil einer umfassenderen Expansion im RWA-Sektor ist. Die Marktkapitalisierung für tokenisierte reale Vermögenswerte ist im letzten Jahr um 250 % gestiegen, wobei mittlerweile rund 23 Milliarden US-Dollar auf erlaubnisfreien Netzwerken zirkulieren.
Branchenexperten beobachten, dass viele Trader Altcoins zunehmend nur noch als „gehebelte BTC-Proxys“ betrachten. Da viele Token derzeit 80 % bis 90 % unter ihren Allzeithochs gehandelt werden, fließt Kapital in Sachwerte mit realem Gegenwert. Dieser Trend wird durch die aktuelle Weltlage beschleunigt, in der Öl eine entscheidende Absicherung gegen Volatilität bleibt.
Geopolitische Konflikte und Wirtschaftsprognosen
Der anhaltende militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zu schweren Störungen der Energieinfrastruktur geführt. Dies hatte zur Folge, dass die Preise für Brent-Rohöl stark schwankten, Spitzenwerte von 120 US-Dollar erreichten und derzeit bei etwa 107 US-Dollar liegen. Die Preise reagieren weiterhin hochsensibel auf diplomatische Entwicklungen sowie Äußerungen von US-Präsident Donald Trump und der iranischen Regierung.
Marktanalysten wie Nic Puckrin von Coinbureau warnen, dass ein Ölpreis von über 100 US-Dollar im gesamten Jahr 2026 einen massiven Inflationsschub auslösen könnte. Dieses Szenario würde geplante Zinssenkungen wahrscheinlich verhindern und den Märkten ein „böses Erwachen“ bescheren. Wirtschaftliche Indikatoren zeigen bereits Belastungszeichen:
- Die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession ist seit dem 28. Februar auf der Prognoseplattform Polymarket auf 36 % gestiegen.
- Die Ratingagentur Moody's schätzt die Chance, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2026 in eine Rezession rutscht, mittlerweile auf fast 50 %.
Wie reagiert der Markt?
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