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26. März 2026 um 11:32

Nvidia: Sammelklage wegen Krypto-Einnahmen zugelassen

Nvidia: Sammelklage wegen Krypto-Einnahmen zugelassen
Quick Take
  • Bundesrichter Haywood S. Gilliam Jr. hat eine Sammelklage gegen Nvidia und dessen CEO Jensen Huang zugelassen.
  • Die Klage wirft dem Unternehmen vor, das Ausmaß der durch Kryptowährungs-Mining getriebenen Umsätze mit GeForce-Gaming-GPUs zwischen 2017 und 2018 verschleiert zu haben.
  • Investoren behaupten, Nvidia habe in diesem Zeitraum krypto-bezogene Einnahmen in Höhe von fast 2 Milliarden US-Dollar fälschlicherweise als Gaming-Umsätze deklariert.

Vorwürfe irreführender Angaben

Im Zentrum des Rechtsstreits steht der Vorwurf, dass Nvidia und seine Führungsebene den Einfluss des Kryptowährungsmarktes auf die finanzielle Performance bewusst heruntergespielt haben. Die Kläger, angeführt von Lannebo Kapitalförvaltning AB und Stichting Pensioenfonds PGB, argumentieren, dass das Unternehmen krypto-bezogene Umsätze als unbedeutend und weitgehend auf das OEM-Segment beschränkt darstellte. Sie behaupten jedoch, dass fast zwei Drittel dieser Einnahmen tatsächlich aus dem Gaming-Segment stammten, generiert durch den Verkauf von GeForce-Grafikkarten, die für das Mining genutzt wurden.

Die Gruppe der Kläger umfasst alle Personen und Unternehmen, die zwischen dem 10. August 2017 und dem 15. November 2018 Stammaktien von Nvidia erworben haben. Die Zertifizierung der Sammelklage durch das Gericht ermöglicht es diesen Investoren nun, ihre Ansprüche kollektiv statt einzeln zu verfolgen.

Finanzielle Auswirkungen und Marktreaktion

Die Klage hebt eine erhebliche Diskrepanz zwischen den öffentlichen Angaben von Nvidia und externen Schätzungen hervor. Während das Unternehmen für den besagten Zeitraum krypto-bezogene Einnahmen von etwa 602 Millionen US-Dollar angab, schätzte RBC Capital Markets den tatsächlichen Wert später auf nahezu 1,95 Milliarden US-Dollar.

Diese Unstimmigkeiten führten im November 2018 zu einer Krise, als Nvidia seine Prognosen senkte und dies mit einem „starken Rückgang der Krypto-Nachfrage“ begründete. Nach dieser Bekanntgabe brach der Aktienkurs des Unternehmens innerhalb von nur zwei Handelstagen um 28,5 % ein. Analysten von Firmen wie Morgan Stanley und Macquarie Research brachten diesen Absturz nachträglich mit den früheren Aussagen des Unternehmens zu seiner Abhängigkeit vom Kryptomarkt in Verbindung.

Rechtlicher Hintergrund und Zeitplan

Das Verfahren hat eine lange Vorgeschichte, die mit der ersten Klageeinreichung im Jahr 2018 begann. Nachdem der Fall 2021 zunächst abgewiesen worden war, wurde er 2023 vom Ninth Circuit (Berufungsgericht) wiederaufgenommen. Unabhängig davon wurde Nvidia im Jahr 2022 von der US-Börsenaufsicht SEC zu einer Geldstrafe von 5,5 Millionen US-Dollar verurteilt, weil das Unternehmen die Auswirkungen des Krypto-Minings auf sein Geschäft nicht angemessen offengelegt hatte.

Obwohl die aktuelle Zertifizierung noch keine Haftung feststellt, stellt sie einen bedeutenden prozessualen Sieg für die Kläger dar. Eine erste Konferenz zur Fallkoordination ist für den 21. April 2026 angesetzt.

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