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Vereinigte Staaten·Regulierung

26. März 2026 um 06:01

USA: Gesetz will Politikern Prognosemärkte verbieten

USA: Gesetz will Politikern Prognosemärkte verbieten
Quick Take
  • Die US-Abgeordneten Adrian Smith und Nikki Budzinski haben den PREDICT Act eingebracht, um Regierungsbeamten das Wetten auf Prognosemärkten zu untersagen.
  • Das Verbot gilt für den Präsidenten, den Vizepräsidenten, Kongressmitglieder, politische Beamte sowie deren Ehepartner und Angehörige.
  • Verstöße können mit einer Geldstrafe von 10 % des Kontraktwerts sowie der Einziehung aller Gewinne zugunsten des US-Finanzministeriums geahndet werden.

Kampf gegen Insiderhandel in der Regierung

Der PREDICT Act, formal bekannt als Preventing Real-time Exploitation and Deceptive Insider Congressional Trading Act, wurde am Dienstag als parteiübergreifende Initiative vorgestellt. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, hochrangigen Beamten die Möglichkeit zu nehmen, von nicht öffentlichen Informationen zu profitieren, indem sie auf Ergebnisse wie politische Entscheidungen, Wahlen und andere Regierungsmaßnahmen wetten.

Laut der Abgeordneten Nikki Budzinski folgt dieser Schritt auf Berichte über Händler, die massive Gewinne bei sensiblen Ereignissen erzielten, wie etwa der Dauer eines Government Shutdowns oder potenziellen Militäraktionen gegen den Iran. Das Gesetz soll Schlupflöcher schließen, die es Personen mit privilegiertem Zugang zu Regierungsdaten derzeit ermöglichen, dieses Wissen auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket zu Geld zu machen.

Ausweitung der gesetzlichen und regulatorischen Aufsicht

Diese Initiative ist Teil einer breiteren Kampagne zur Regulierung von Ereignis-Kontrakten. Ein separater Vorschlag, der BETS OFF Act, wurde kürzlich von Senator Chris Murphy und anderen demokratischen Abgeordneten eingebracht, um den Handel mit Wetten auf sensible Bundesoperationen zu verbieten. Zudem haben die Senatoren John Curtis und Adam Schiff ein Gesetz vorgeschlagen, das es bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) registrierten Unternehmen untersagt, Kontrakte anzubieten, die Casino-Spielen oder Sportwetten ähneln.

Auch auf bundesstaatlicher Ebene verschärft sich die Lage:

  • 11 Bundesstaaten haben bereits rechtliche Schritte gegen Prognosemarkt-Plattformen eingeleitet.
  • In 2 weiteren Staaten sind rechtliche Verfahren anhängig.
  • Die CFTC steht in der Kritik, weil sie ihre Durchsetzung von Verboten gegen „Glücksspiel“ in den letzten Monaten angeblich gelockert hat.

Branchenreaktionen und Änderungen der Plattformen

Angesichts der intensiven Prüfung passen große Plattformen ihre internen Richtlinien an. Sowohl Kalshi als auch Polymarket haben Maßnahmen ergriffen, um bestimmte Nutzergruppen, wie Profisportler und politische Kandidaten, von der Teilnahme an Märkten auszuschließen, die ihren Fachbereich betreffen. Diese freiwilligen Schritte erfolgen vor dem Hintergrund der Argumentation von Gesetzgebern, dass viele aktuelle Angebote auf Prognosemärkten nicht von Glücksspiel zu unterscheiden seien und die Integrität öffentlicher Institutionen gefährden.

Wie reagiert der Markt?

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