26. März 2026 um 03:43
US-Gericht weist Klage von Krypto-Entwickler ab

- Der US-Bezirksrichter Reed O’Connor wies eine Klage des Entwicklers Michael Lewellen ab, mit der dieser feststellen lassen wollte, dass seine Software Pharos nicht gegen Geldtransfergesetze verstößt.
- Das Gericht entschied, dass Lewellen keine „glaubhafte Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Strafverfolgung“ nachweisen konnte, und verwies dabei auf ein Memorandum des Justizministeriums (DOJ) zu nicht-verwalteter Software.
- Die Interessenvertretung Coin Center und Lewellen argumentieren, dass die jüngsten Verurteilungen der Entwickler von Tornado Cash und Samourai Wallet belegen, dass Software-Ersteller weiterhin einem erheblichen rechtlichen Risiko ausgesetzt sind.
Gerichtliche Ablehnung des Feststellungsurteils
Ein Bundesgericht in Texas hat die Klage des Krypto-Entwicklers Michael Lewellen abgewiesen. Mit der Klage wurde ein proaktives Urteil angestrebt, wonach seine Software Pharos – die Spenden für wohltätige Crowdfunding-Kampagnen erleichtern soll – keine strafrechtliche Haftung nach den US-Geldtransfervorschriften auslösen würde. Der leitende Bezirksrichter Reed O’Connor erließ die Abweisung am Mittwoch und erklärte, dass Lewellen keine ausreichenden Beweise dafür vorgelegt habe, dass ihm eine unmittelbare oder wahrscheinliche rechtliche Verfolgung durch die Regierung drohe.
Der Fall wurde ohne Präjudiz (without prejudice) abgewiesen, ein rechtlicher Status, der es Lewellen ermöglicht, die Klage in Zukunft in überarbeiteter Form erneut einzureichen. Dennoch äußerte der Entwickler seine Enttäuschung und merkte an, dass das Fehlen einer klaren Entscheidung Software-Entwickler in einem Zustand rechtlicher Ungewissheit belasse.
DOJ-Memorandum vs. reale Präzedenzfälle
Bei der Urteilsfindung hob das Gericht ein unverbindliches Memorandum des US-Justizministeriums (DOJ) hervor. Dieses Dokument legt nahe, dass das DOJ virtuelle Währungsbörsen, Mixing-Dienste oder Entwickler nicht für unbefugte Handlungen ihrer Nutzer oder für unbeabsichtigte Verstöße gegen Vorschriften ins Visier nehmen wird. Lewellen und sein Rechtsteam von Coin Center argumentierten jedoch, dass ein solches Memorandum kein Ersatz für echte Rechtssicherheit durch formale Gesetze sei.
Um die Realität der Bedrohung zu verdeutlichen, führte die Klage mehrere prominente Gerichtsverfahren gegen andere Entwickler von Datenschutz-Software an:
- Roman Storm, ein Mitbegründer von Tornado Cash, wurde wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Betrieb eines nicht lizenzierten Geldtransfergeschäfts verurteilt.
- Die Gründer von Samourai Wallet wurden wegen ähnlicher Vorwürfe im Zusammenhang mit ihren nicht-verwalteten Bitcoin-Wallet-Diensten verurteilt.
Richter O’Connor grenzte diese Fälle ab, indem er argumentierte, dass das „Kernverhalten“ in jenen Instanzen aktive Geldwäsche beinhaltete. Er merkte an, dass Lewellen ausdrücklich jede Kenntnis über die Übermittlung krimineller Gelder bestreitet, was der Richter als wesentlichen Unterschied zu den zitierten Strafverfolgungen ansah.
Gesetzgeberische Ziele und Ausblick
Nach der Gerichtsentscheidung richten Branchenvertreter ihr Augenmerk auf gesetzgeberische Lösungen. Peter Van Valkenburgh, Exekutivdirektor von Coin Center, betonte, dass das vom Richter zitierte DOJ-Memorandum lediglich ein „vages Signal der Rechtsdurchsetzung“ sei und keine dauerhafte Einschränkung der Regierungsgewalt darstelle. Er argumentierte, dass die Ergebnisse für Tornado Cash und Samourai Wallet zeigten, dass Entwickler weiterhin gefährdet sind.
Sowohl Lewellen als auch Coin Center fordern nun die Verabschiedung des Blockchain Regulatory Certainty Act of 2026. Der im Januar von Senatorin Cynthia Lummis eingebrachte Gesetzentwurf zielt darauf ab, einen klaren Rechtsrahmen zu schaffen, indem:
- Klargestellt wird, dass Entwickler von nicht-verwalteter Software keine Geldtransmitter sind.
- Sichergestellt wird, dass Anbieter, die keine Nutzergelder kontrollieren, von bestimmten Finanzvorschriften ausgenommen sind.
- Eine dauerhafte rechtliche Grenze zum Schutz von Innovationen im Kryptosektor etabliert wird.
Wie reagiert der Markt?
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