
26. März 2026 um 01:51
Google plant Umstellung auf Post-Quanten-Sicherheit bis 2029

- Google hat eine Frist bis 2029 gesetzt, um seine Infrastruktur auf Post-Quanten-Kryptographie umzustellen und so auf herannahende Sicherheitsbedrohungen zu reagieren.
- Der neue Quantenprozessor des Unternehmens, Willow, verfügt über 105 Qubits, was die geschätzte Zeitspanne bis zur potenziellen Entschlüsselung heutiger Standards drastisch verkürzt.
- Führende Blockchain-Netzwerke wie Ethereum, Solana und Bitcoin verfolgen unterschiedliche Strategien, um dem Risiko zu begegnen, dass Quantencomputer digitale Signaturen knacken könnten.
Googles Ziel für die Quanten-Abwehr bis 2029
Google hat die Technologiebranche offiziell dazu aufgerufen, die Bemühungen um Post-Quanten-Kryptographie (PQC) zu beschleunigen. Als Grund nennt das Unternehmen die rasanten Fortschritte bei Quanten-Hardware und der Quantenfehlerkorrektur. Der Tech-Gigant hat das Jahr 2029 als Zielmarke für die Einführung von PQC-Funktionen in seinen Produkten festgelegt. Dieser Zeitplan liegt deutlich vor bisherigen Branchenschätzungen für den sogenannten „Q-Day“ – dem Zeitpunkt, an dem Quantencomputer mächtig genug sind, um gängige Verschlüsselungsstandards zu brechen.
Im Zentrum dieser Entwicklung steht Willow, Googles hochmoderner supraleitender Quantenchip. Mit einer Kapazität von 105 Qubits verdeutlicht Willow, dass die quantentechnologischen Grenzen schneller erreicht werden könnten als gedacht. Google betonte, dass Quantencomputer eine erhebliche Bedrohung für aktuelle kryptografische Standards darstellen, insbesondere für Verschlüsselungen und digitale Signaturen, die für Authentifizierungsdienste unerlässlich sind.
Blockchain-Netzwerke rüsten für das Post-Quanten-Zeitalter auf
Die Krypto-Branche ist besonders anfällig für Quanten-Fortschritte, da aktuelle Algorithmen Vermögenswerte in Milliardenhöhe sichern. Als Reaktion darauf hat die Ethereum Foundation kürzlich das „Post-Quantum Ethereum“-Ressourcenzentrum ins Leben gerufen. Das Projekt plant, bis 2029 quantenresistente Lösungen auf Protokollebene zu implementieren, gefolgt von Sicherheitsmaßnahmen für die Ausführungsebene.
Auch Solana hat proaktive Schritte unternommen: Entwickler erstellten im Januar 2025 einen quantenresistenten Tresor (Vault). Dieses System nutzt ein komplexes, Hash-basiertes Signaturverfahren, das bei jeder Transaktion neue Schlüssel generiert. Da es sich jedoch nicht um ein netzwerkweites Upgrade handelt, müssen Nutzer ihre Mittel aktiv in Winternitz-Vaults verschieben, um den Schutz zu nutzen.
Unterschiedliche Ansichten im Bitcoin-Ökosystem
Innerhalb der Bitcoin-Community herrscht Uneinigkeit darüber, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Adam Back, CEO von Blockstream, vertritt die Ansicht, dass Quantenrisiken weitgehend übertrieben dargestellt werden und in den nächsten Jahrzehnten kein Handlungsbedarf bestehe.
Demgegenüber haben der Sicherheitsforscher Ethan Heilman und andere über den Bitcoin Improvement Proposal 360 (BIP-360) einen neuen Ausgabetyp namens Pay-to-Merkle-Root vorgeschlagen. Dieser soll Bitcoin-Adressen vor potenziellen Quantenangriffen schützen. Heilman räumte jedoch ein, dass die vollständige Umsetzung dieses Vorschlags bis zu sieben Jahre in Anspruch nehmen könnte.
Wie reagiert der Markt?
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