25. März 2026 um 19:22
US-Abgeordnete debattieren Tokenisierung und SEC-Ausnahmen

- US-Abgeordnete und die Börsenaufsichtsbehörde SEC treiben die Formalisierung der Tokenisierung traditioneller Wertpapiere voran.
- Die SEC bereitet eine Innovationsbefreiung vor, die als regulatorische Sandbox für On-Chain-Assets fungieren soll.
- Es bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich des Anlegerschutzes, potenzieller Interessenkonflikte und des Risikos, dass Innovationen ins Ausland abwandern.
Kongressdebatte über die Modernisierung der Kapitalmärkte
Am Mittwoch hielt der Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses eine Anhörung mit dem Titel „Tokenisierung und die Zukunft der Wertpapiere: Modernisierung unserer Kapitalmärkte“ ab. Die Sitzung verdeutlichte den wachsenden Konsens, dass sich die traditionellen Finanzmärkte unweigerlich in Richtung Blockchain-basierter Systeme bewegen. Der Abgeordnete Andy Barr (R-Ky.) betonte, dass die Vereinigten Staaten in diesem Bereich führend sein müssen, indem sie die Regulierung modernisieren und gleichzeitig den hohen Standard des Anlegerschutzes wahren.
Wichtige institutionelle Meilensteine wurden erörtert:
- Die SEC gewährte der Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) eine dreijährige Genehmigung zur Tokenisierung liquider Mittel.
- Die New York Stock Exchange (NYSE) entwickelt eine Plattform für den 24/7-Handel und das On-Chain-Settlement.
- Eine kürzlich erfolgte Regeländerung erlaubt es der Nasdaq, den Handel mit tokenisierten Aktien zu unterstützen.
Die Innovationsbefreiung der SEC
Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins deutete an, dass die Behörde in Kürze öffentliche Kommentare zu neuen Regelungen einholen wird, insbesondere zu einer vorgeschlagenen Innovationsbefreiung. Dieser Rahmen soll als regulatorische Sandbox dienen, die es Unternehmen ermöglicht, unter modifizierter Aufsicht mit On-Chain-Assets zu experimentieren. Der Abgeordnete Brad Sherman (D-Calif.) äußerte sich jedoch skeptisch und warnte davor, dass solche Ausnahmen einen „Zwei-Klassen-Markt“ schaffen könnten, in dem Blockchain-Plattformen Kernregulierungen umgehen, die für traditionelle Börsen gelten.
Abwägung von Effizienz und Risiko
Obwohl die Abgeordnete Maxine Waters (D-Calif.) einräumte, dass die Tokenisierung die Markteffizienz und die globale Beteiligung erhöhen könnte, äußerte sie Bedenken darüber, wer tatsächlich davon profitiert. Unter Bezugnahme auf die Finanzkrise von 2008 warnte sie vor Technologien, die „Zwischenhändler“ gegenüber realen Unternehmen und Hausbesitzern bevorzugen könnten. Waters wies zudem auf potenzielle Interessenkonflikte von Präsident Donald Trump hin und merkte an, dass er schätzungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar mit privaten Krypto-Unternehmen wie World Liberty Financial verdient habe.
Branchenvertreter boten unterschiedliche Perspektiven an. SIFMA-Präsident Kenneth Bentsen, Jr. sprach sich für einen transparenten Prozess aus, der sich an bestehende rechtliche Rahmenbedingungen hält. Im Gegensatz dazu warnte Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, dass mangelnde regulatorische Klarheit dazu führen werde, dass Innovationen aus den USA abwandern und der heimische Markt den Anschluss verliert.
Wie reagiert der Markt?
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