Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich·Regulierung

25. März 2026 um 14:41

Großbritannien verbietet Krypto-Spenden an politische Parteien

Großbritannien verbietet Krypto-Spenden an politische Parteien
Quick Take
  • Premierminister Keir Starmer hat mit sofortiger Wirkung ein Moratorium für alle Kryptowährungsspenden an britische politische Parteien verhängt.
  • Die Entscheidung folgt auf den Rycroft-Bericht, der digitale Vermögenswerte als potenzielles Instrument zur Verschleierung ausländischer finanzieller Einflussnahme auf die britische Demokratie identifizierte.
  • Politische Parteien müssen alle erhaltenen Kryptospenden innerhalb von 30 Tagen nach Verabschiedung des Gesetzes zurückgeben, andernfalls drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Schutz demokratischer Prozesse

Die britische Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Nutzung digitaler Vermögenswerte bei der Parteienfinanzierung zu blockieren. Dies signalisiert einen Wandel in der Wahrnehmung von Kryptowährungen durch die Aufsichtsbehörden. Unter der Führung von Keir Starmer argumentiert die Regierung, dass die Anonymität von Krypto-Transaktionen ein erhebliches Risiko darstellt, da ausländische Gelder in die Innenpolitik geschleust werden könnten. Damit werden digitale Zahlungen nicht mehr nur als Finanzinnovation, sondern als potenzielles Risiko für die demokratische Integrität eingestuft.

Gesetzlicher Rahmen und Sanktionen

Das Verbot ist ein zentraler Bestandteil des Representation of the People Bill, der derzeit das Parlament durchläuft. Die Maßnahmen wurden von Philip Rycroft, einem ehemaligen hochrangigen Beamten, empfohlen. Er bezeichnete das Moratorium als notwendige Atempause, damit die Regulierung mit der technologischen Realität Schritt halten kann.

Zu den Eckpunkten der neuen Regeln gehören:

  • Ein sofortiger Stopp aller Spenden auf Kryptobasis, unabhängig von der Höhe.
  • Eine 30-Tage-Frist für Parteien zur Rückzahlung von Geldern nach Inkrafttreten des Gesetzes.
  • Eine Obergrenze von 100.000 £ pro Jahr für politische Spenden von britischen Staatsbürgern im Ausland (Expats).
  • Die Einführung von strafrechtlichen Sanktionen bei Nichteinhaltung der Rückgabepflicht für digitale Vermögenswerte.

Politische Spannungen und Reaktionen

Die Ankündigung löste im Parlament umgehend heftige Reaktionen aus. Abgeordnete der Partei Reform U.K. verließen während der Bekanntgabe aus Protest den Saal. Premierminister Starmer griff den Vorsitzenden von Reform U.K., Nigel Farage, scharf an und behauptete, dieser würde „alles sagen, egal wie spalterisch es ist, wenn er dafür bezahlt wird“. Rycroft verteidigte seine Ergebnisse unterdessen mit dem Hinweis, dass sein Fokus auf dem Schutz der demokratischen Abläufe liege und nicht auf den Interessen einzelner politischer Lager.

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