
25. März 2026 um 13:51
Visa-Bericht: Nicht-USD-Stablecoins steigen um 1.600 %

- Das Angebot an Nicht-USD-Stablecoins erreichte im Februar 1,1 Milliarden US-Dollar, was einer Verdreifachung des Angebots von Anfang 2023 entspricht.
- Das aggregierte Transfervolumen für Stablecoins in lokalen Währungen schoss um über 1.600 % in die Höhe und stieg im selben Zeitraum von 600 Millionen US-Dollar auf 10 Milliarden US-Dollar.
- Euro-gestützte Token dominieren den Sektor und machen mehr als 80 % der Marktkapitalisierung sowie 85 % des gesamten Transferwertes aus.
Explosives Wachstum bei Stablecoins in lokalen Währungen
Ein gemeinsamer Bericht von Visa und Dune mit dem Titel „Beyond Dollarization“ zeigt eine deutliche Verschiebung in der Stablecoin-Landschaft. Während der Markt weiterhin vom US-Dollar dominiert wird, erleben Nicht-USD-Stablecoins eine rasante Expansion. Zwischen Januar 2023 und Februar 2024 verdreifachte sich das Gesamtangebot dieser Vermögenswerte auf 1,1 Milliarden US-Dollar.
Der Anstieg der Nutzung ist sogar noch ausgeprägter als das Angebotswachstum. Das Transfervolumen stieg von 600 Millionen US-Dollar auf 10 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 1.600 % entspricht. Diese Aktivität wird von einer wachsenden Nutzerbasis getragen: Die Anzahl der eindeutigen Absenderadressen sprang im Berichtszeitraum von 6.000 auf 135.000, während die Gesamtzahl der Adressen, die diese Vermögenswerte halten, 1,2 Millionen überschritt.
Operativer Nutzen statt Spekulation
Im Gegensatz zu ihren US-Dollar-Pendants, die häufig zur Renditeerzielung in DeFi-Protokollen (Decentralized Finance) eingesetzt werden, scheinen Stablecoins in lokalen Währungen als praktisches „operatives Geld“ zu dienen. Der Bericht hebt ihre primäre Rolle bei grenzüberschreitenden Zahlungen, Rücküberweisungen, B2B-Abrechnungen und dem FX-Management hervor.
- Etwa 50 % des Angebots werden in nicht identifizierten Wallets gehalten, was wahrscheinlich eine Mischung aus privaten und institutionellen Nutzern darstellt.
- 25 % lagern auf zentralisierten Börsen.
- Nur ein kleiner Bruchteil wird derzeit in DeFi genutzt: 7,5 % in Kreditprotokollen und 2 % in Liquiditätspools dezentraler Börsen (DEX).
Klammert man Circles EURC aus, der rund 90 % des Transfervolumens ausmacht, stellten die Forscher ein klares Muster fest: Die Transferaktivität verlangsamt sich an Wochenenden erheblich. Dieser Trend deutet darauf hin, dass die Assets in traditionelle Geschäftszyklen wie Gehaltsabrechnungen und die Liquiditätssteuerung von Unternehmen integriert sind.
Marktstruktur und Zukunftsaussichten
Der Euro bleibt der klare Spitzenreiter im Markt der Nicht-Dollar-Stablecoins. Sein Anteil am Transferwert stieg von 50 % bis 70 % in den Vorjahren auf 85 % im Jahr 2024. Auch andere Währungen zeigen Präsenz: Der Brasilianische Real (BRL) macht 10 % von Angebot und Volumen aus. Ein beginnendes Wachstum ist zudem bei Stablecoins für den Singapur-Dollar (SGD) und den Japanischen Yen (JPY) zu beobachten.
Trotz dreistelliger Wachstumsraten machen Nicht-USD-Stablecoins immer noch nur einen winzigen Bruchteil – etwa 0,3 % – des gesamten Stablecoin-Marktes von 310 Milliarden US-Dollar aus, in dem USDT (60 %) und USDC (25 %) weiterhin die Giganten sind. Analysten sehen jedoch massives Potenzial. S&P Global prognostiziert, dass der Marktwert von Euro-Stablecoins bis zum Ende des Jahrzehnts auf 25 Milliarden bis 1,1 Billionen US-Dollar steigen könnte, wenn sie auch nur einen Bruchteil des internationalen Anteils des Euro erreichen.
Wie reagiert der Markt?
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