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Vereinigte Staaten·Regulierung

25. März 2026 um 13:47

SEC & CFTC: Krypto ist kein Wertpapier – Gesetze fehlen noch

SEC & CFTC: Krypto ist kein Wertpapier – Gesetze fehlen noch
Quick Take
  • Bundesbehörden haben ein 68-seitiges neues Auslegungsschreiben herausgegeben, das klarstellt, dass Stablecoins, digitale Rohstoffe und bestimmte digitale Werkzeuge nicht als Wertpapiere eingestuft werden.
  • Während die Leitlinien der Branche sofortige Klarheit verschaffen, warnen Experten, dass es ihnen an der Dauerhaftigkeit einer formalen Gesetzgebung fehlt und sie von künftigen Regierungen rückgängig gemacht werden könnten.
  • Gesetzgeberische Bemühungen wie der Clarity Act stocken weiterhin im Bankenausschuss des Senats aufgrund von Unstimmigkeiten über die Behandlung von Stablecoin-Belohnungen.

Ein neuer Rahmen für digitale Vermögenswerte

Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben gemeinsam ein umfassendes Dokument veröffentlicht, das auf eine Taxonomie des Kryptomarktes abzielt. Diese 68-seitige Richtlinie stellt explizit fest, dass Stablecoins, digitale Rohstoffe und bestimmte digitale Werkzeuge nicht unter die Definition von Wertpapieren fallen. Ashley Ebersole, Mitbegründer von tx und ehemaliger Senior Counsel der SEC, merkte an, dass dies der erste Versuch von Behörden ist, eine umfassende Rechtsgrundlage zu schaffen, die viele verschiedene Teile der Branche gleichzeitig regelt. Dieser Schritt soll es Entwicklern ermöglichen, mit gestärktem Vertrauen in den USA zu bauen.

Die Grenzen von Auslegungsschreiben

Trotz der positiven Aufnahme in der Branche gibt es Bedenken hinsichtlich der Langlebigkeit dieser Regeln. Im Gegensatz zu formalen Regelsetzungsverfahren – die langwierige Bekanntmachungs- und Stellungnahmefristen beinhalten – oder Bundesgesetzen können Auslegungsschreiben leichter aufgehoben werden. Lee Schneider, General Counsel bei Ava Labs, gab zu bedenken, dass die Leitlinien zwar kurzfristig Innovationen ankurbeln, aber möglicherweise nicht die langfristige Stabilität bieten, die Unternehmen benötigen. Sollte eine neue Regierung an die Macht kommen, könnte die Führung der SEC theoretisch wieder zu einem aggressiven, auf Durchsetzung basierenden Ansatz zurückkehren, wie ihn der ehemalige Vorsitzende Gary Gensler verfolgte.

Der ins Stocken geratene Weg zur Gesetzgebung

Bundesregulierer und Branchenführer sind sich einig, dass nur der Kongress eine „zukunftssichere“ Lösung bieten kann. Die aktuellen legislativen Bemühungen befinden sich in der Schwebe:

  • Das Repräsentantenhaus hat den Clarity Act im vergangenen Jahr mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet.
  • Der Landwirtschaftsausschuss des Senats hat seine eigene Version verabschiedet, doch der Entwurf blieb im Bankenausschuss des Senats stecken.
  • Streitigkeiten über Stablecoin-Belohnungen bleiben ein Haupthindernis für Fortschritte im Senat.

Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig äußerte die Sorge, dass ohne ein vom Präsidenten unterzeichnetes Gesetz ein künftiger Regulierer die aktuellen Fortschritte „mit der Axt zerschlagen“ könnte. SEC-Vorsitzender Paul Atkins bekräftigte dieses Gefühl auf dem Digital Asset Summit und bezeichnete die Leitlinien eher als Fundament denn als endgültige Lösung. Da im Januar 2027 eine neue Sitzungsperiode des Kongresses beginnt, warnen Branchenvertreter, dass ein Scheitern der Gesetzgebung in diesem Jahr die endgültigen Regeln bis 2028 oder später verzögern könnte.

Wie reagiert der Markt?

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