
25. März 2026 um 13:42
BTC schlägt Gold im Iran-Krieg, doch Status als „Sicherer Hafen“ unklar

- Bitcoin stieg um ca. 12 % auf 71.012 $, nachdem er unmittelbar nach Ausbruch des Konflikts am 28. Februar zunächst auf 63.176 $ gefallen war.
- Gold erlitt mit einem Minus von 11 % den stärksten wöchentlichen Rückgang seit 1983, da steigende Ölpreise und Inflationssorgen das Edelmetall unter Druck setzten.
- Historische Daten zeigen eine Korrelation von 0,94 zwischen Bitcoin und der globalen Liquidität im Zeitraum von 2013 bis 2024.
Divergierende Performance während geopolitischer Spannungen
Während geopolitische Krisen Anleger normalerweise in traditionelle „sichere Häfen“ treiben, hat der jüngste Konflikt zwischen dem Iran, Israel und den USA zu einem ungewöhnlichen Marktverhalten geführt. Nach den ersten Angriffen am 28. Februar verzeichnete Bitcoin (BTC) einen kurzen Einbruch auf 63.176 $, erholte sich jedoch bis Mittwoch auf 71.012 $. Diese Erholung steht in krassem Gegensatz zu Gold, das innerhalb einer Woche um 11 % einbrach – die schlechteste Performance seit über vier Jahrzehnten.
Trotz dieser Outperformance warnen Analysten davor, Bitcoin als echten sicheren Hafen zu betrachten. Jonatan Randin, Senior Market Analyst bei PrimeXBT, wies darauf hin, dass die Kryptowährung weiterhin die Charakteristika eines Risiko-Assets zeigt und bei geopolitischen Schocks oft zeitgleich mit Aktien verkauft wird. Er beschrieb die aktuelle Preisaktion eher als Seitwärtsbewegung innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends.
Die Rolle der globalen Liquidität
Finanzexperten argumentieren, dass die Preisbewegungen von Bitcoin stärker von monetären Zyklen als von geopolitischen Schlagzeilen bestimmt werden. Matthew Pinnock, Mitbegründer von Altura, bezeichnete Bitcoin als ein „High-Beta-Liquiditäts-Asset“. Dies bedeutet, dass seine Bewertung stark von Realrenditen, der Stärke des US-Dollars und dem Volumen der ETF-Zuflüsse beeinflusst wird. Straffen sich die Finanzbedingungen, sinkt das Grenzkapital, was den Preis unter Druck setzt.
Eine Analyse von Sam Callahan (OranjeBTC) stützt diese These:
- Zwischen Mai 2013 und Juli 2024 lag die Korrelation zwischen Bitcoin und der globalen Liquidität bei 0,94.
- In 83 % aller 12-Monats-Zeiträume bewegte sich Bitcoin in die gleiche Richtung wie die globale M2-Geldmenge.
- Im Vergleich dazu zeigte Gold nur in 68,1 % der Fälle eine gleichgerichtete Bewegung mit M2.
Inflation und geldpolitische Reaktionen
Der Konflikt hat den Energiesektor massiv beeinflusst, den Ölpreis über 110 $ getrieben und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus gestört. Dies schürte Inflationsängste, woraufhin die Federal Reserve ihre PCE-Inflationsprognose für 2026 auf 2,7 % anhob. Solche makroökonomischen Bedingungen wirken kurzfristig oft gegen Bitcoin, da sie die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen verringern.
Randin betonte, dass Bitcoin eher als langfristiger Schutz gegen Währungsabwertung und weniger als kurzfristiger Schutz gegen CPI-Spitzen (Verbraucherpreisindex) verstanden werden sollte. Solange sich das Asset in Stressphasen nicht von den Aktienmärkten entkoppelt, bleibt der Status als „digitales Gold“ umstritten. Während On-Chain-Daten auf eine anhaltende Akkumulation durch Großinvestoren hindeuten, bleibt das Marktumfeld durch die restriktive Zentralbankpolitik begrenzt.
Wie reagiert der Markt?
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