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Vereinigte Staaten·Regulierung

25. März 2026 um 12:36

Bernstein: Circle-Abverkauf übertrieben; Regeln treffen Vertrieb, nicht Emittent

Bernstein: Circle-Abverkauf übertrieben; Regeln treffen Vertrieb, nicht Emittent
Quick Take
  • Die Aktien von Circle verzeichneten einen deutlichen Ausverkauf von 20 % und fielen auf rund 104 $, da Anleger besorgt über den vorgeschlagenen Clarity Act sind.
  • Das Analysehaus Bernstein argumentiert, dass der Markt die Regeln falsch interpretiert, da diese auf Vertriebsstellen und nicht auf die Emittenten von Stablecoins abzielen.
  • Trotz der regulatorischen Unsicherheit behalten die Analysten ihre Outperform-Bewertung für Circle und Coinbase bei, mit Kurszielen von 190 $ bzw. 440 $.

Fehlinterpretation des Clarity Act

Der jüngste Rückgang der Circle-Aktien (CRCL) wird von Analysten als Überreaktion auf US-Regulierungsvorschläge gewertet. Die Aktie fiel in einer Sitzung massiv und testete kurzzeitig die Marke von 100 $, bevor sie sich stabilisierte. Auslöser waren Bestimmungen im Entwurf des Clarity Act, die die Auszahlung von Renditen auf Stablecoin-Guthaben einschränken könnten. Die Analysten von Bernstein unter der Leitung von Gautam Chhugani betonen jedoch, dass Anleger den Unterschied zwischen den Herausgebern der Stablecoins und den Plattformen, die diese an Endkunden vertreiben, nicht vermischen sollten.

Emittenten vs. Vertriebsstellen

Im Kern der Debatte steht die ökonomische Struktur von Stablecoins. Circle erzielt Einnahmen, indem es seine Reserven von rund 80 Milliarden $ für den USDC in kurzfristige US-Staatsanleihen investiert. Für 2025 wird hier ein Ertrag von etwa 2,64 Milliarden $ erwartet. Wichtig ist, dass Circle keine Zinsen direkt an die Token-Inhaber zahlt. Im Gegensatz dazu bieten Distributoren wie Coinbase derzeit etwa 3,5 % Rendite auf USDC-Guthaben an. Das Gesetz zielt darauf ab, diese passiven, bankähnlichen Zinszahlungen der Vermittler zu unterbinden, nicht aber die Zinserträge der Emittenten.

Regulatorische Auswirkungen und Anpassung

Sollten die neuen Regeln in Kraft treten, müssten Plattformen wie Coinbase ihre Belohnungssysteme umstrukturieren. Während passive Renditen verboten werden könnten, dürften Belohnungen, die an Aktivitäten wie Handel oder Zahlungen gebunden sind, weiterhin zulässig sein. Bernstein merkt an, dass eine Begrenzung passiver Renditen die Position von Circle sogar stärken könnte, da Wettbewerber weniger Anreize haben, Liquidität durch aggressive Zinsangebote abzuwerben. Zudem wuchs das USDC-Angebot in den letzten zwei Jahren von 30 Milliarden $ auf 80 Milliarden $, getrieben durch grenzüberschreitende Zahlungen und Unternehmens-Treasury.

Wachstumsaussichten und Marktvolumen

Die Fundamentaldaten für Stablecoins sind laut Marktdaten weiterhin robust. Das On-Chain-Transaktionsvolumen erreichte im vierten Quartal 2025 enorme 11,9 Billionen $. Analysten sehen Circle und Coinbase als die klarsten börsennotierten Stellvertreter für das Wachstum des digitalen Dollars. Mit der weiteren Integration von Stablecoins in die Finanzinfrastruktur wird sich der Fokus voraussichtlich von spekulativen Renditen hin zum praktischen Nutzen im globalen Zahlungsverkehr und Liquiditätsmanagement verschieben.

Wie reagiert der Markt?

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