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25. März 2026 um 11:42

EZB: Standards für digitalen Euro sollen bis Sommer stehen

EZB: Standards für digitalen Euro sollen bis Sommer stehen
Quick Take
  • Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), kündigte an, die technischen Standards für den digitalen Euro bis zum Sommer 2024 festzulegen.
  • Ein zwölfmonatiges Pilotprogramm soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen, nachdem die entsprechende Gesetzgebung für 2026 erwartet wird.
  • Die Initiative zielt darauf ab, eine öffentliche Zahlungsinfrastruktur zu schaffen, die die Abhängigkeit von internationalen Kartensystemen verringert, wobei eine mögliche Einführung für 2029 geplant ist.

Standardisierung des digitalen Währungsrahmens

Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt den Zeitplan für den digitalen Euro voran. Direktoriumsmitglied Piero Cipollone erklärte, dass die technischen Standards bis zu diesem Sommer feststehen sollen, damit Zahlungsdienstleister und Händler ihre Systeme vorbereiten können. Durch die frühzeitige Fertigstellung des Regelwerks möchte die EZB sicherstellen, dass neue Zahlungsterminals und Apps bereits mit der erforderlichen Infrastruktur ausgeliefert werden. Dies soll europäischen Unternehmen einen Startvorteil verschaffen, sobald der rechtliche Rahmen der EU im Jahr 2026 in Kraft tritt.

Finanzielle Auswirkungen und Infrastrukturziele

Die Implementierung des digitalen Euro wird erhebliche Investitionen erfordern. Frühere Analysen schätzen, dass die Kosten für EU-Banken über einen Zeitraum von vier Jahren zwischen 4 und 6 Milliarden Euro liegen könnten. Obwohl dies etwa 3 % ihres jährlichen IT-Wartungsbudgets entspricht, argumentiert Cipollone, dass diese Kosten gegen langfristige Vorteile abgewogen werden müssen. Dazu gehören der Verbleib von mehr Händlergebühren in Europa und die Skalierung europäischer Zahlungssysteme.

Der digitale Euro ist als öffentliche Infrastruktur konzipiert und nicht als direktes Endkundenprodukt der EZB. Zu den Hauptmerkmalen gehören:

  • Integration in bestehende Bank-Wallets und Co-Badged-Karten.
  • Barrierefreiheitsfunktionen wie Sprachbefehle und Großanzeigen für Inklusivität.
  • Der Fokus liegt auf der Ergänzung, nicht dem Ersatz von Bargeld und traditionellen Bankeinlagen.

Die Rolle des Zentralbankgeldes bei der Tokenisierung

Über den Privatkundenbereich hinaus sieht die EZB den digitalen Euro als Anker für Wholesale-Märkte. Durch Initiativen wie das Projekt Pontes und die Appia-Roadmap testet die Bank die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere in Zentralbankgeld über verschiedene Distributed-Ledger-Technologie-Plattformen. Cipollone betonte, dass tokenisiertes Zentralbankgeld als wichtiges Settlement-Asset für Stablecoins und tokenisierte Einlagen dienen könnte, um sicherzustellen, dass die Zentralbank ein Kernbestandteil des sich entwickelnden Finanzökosystems bleibt.

Wie reagiert der Markt?

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