24. März 2026 um 12:52
Coinbase: Institutionelle „zweite Welle“ sucht Rendite

- Institutionelle Investoren verlagern ihren Fokus von reiner Wertsteigerung auf die Erzielung kontinuierlicher Renditen durch strukturierte Produkte und Staking.
- Coinbase ist eine Partnerschaft mit dem Fondsdienstleister Apex Group (3,5 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen) eingegangen, um einen tokenisierten Bitcoin Yield Fund im Base-Netzwerk aufzulegen.
- Regulatorische Fortschritte in den USA, darunter der GENIUS Act und der geplante CLARITY Act, schaffen den notwendigen rechtlichen Rahmen für den Markteintritt großer Finanzinstitute.
Wandel von Kursgewinnen hin zur Renditegenerierung
Während die erste Phase der institutionellen Krypto-Adoption von Hedgefonds und wohlhabenden Privatanlegern geprägt war, die auf Kurssteigerungen setzten, ist die aktuelle „zweite Welle“ durch die Suche nach stabilen Einkommensquellen definiert. Laut Brett Tejpaul, Leiter des Institutionellen Geschäfts bei Coinbase, halten viele Unternehmen bereits Bitcoin und Ether in ihren Bilanzen und suchen nun nach Möglichkeiten, diese Bestände produktiv zu nutzen. Diese Entwicklung spiegelt die Nutzung strukturierter Produkte im traditionellen Finanzwesen wider, die darauf ausgelegt sind, unabhängig von der Marktvolatilität bestimmte Erträge zu liefern.
Um diese Nachfrage zu bedienen, hat Coinbase kürzlich eine tokenisierte Anteilsklasse seines Bitcoin Yield Fund eingeführt. Der in Zusammenarbeit mit der Apex Group verwaltete Fonds nutzt Strategien wie die Kreditvergabe und den Verkauf von Call-Optionen, um Renditen im mittleren einstelligen Bereich zu erzielen. Dieser Ansatz ermöglicht es Anlegern, Einnahmen zu generieren, während sie gleichzeitig langfristige Positionen in digitalen Vermögenswerten halten.
Traditionelle Finanzriesen betreten den Markt
Der Trend zu renditeorientierten Produkten beschränkt sich nicht nur auf Krypto-Unternehmen. BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, hat vor Kurzem den iShares Staked Ethereum Trust ETF (ETHB) aufgelegt. Dieses Produkt bietet Anlegern Zugang zu Belohnungen, die durch die Absicherung des Ethereum-Netzwerks generiert werden – ein Signal dafür, dass renditebringende Krypto-Strategien im Mainstream-Finanzsektor ankommen.
Auch andere Schwergewichte integrieren die Blockchain-Technologie in ihr Kerngeschäft:
- Franklin Templeton hat tokenisierte Geldmarktfonds auf die Blockchain gebracht.
- JPMorgan hat tokenisierte Einlagen und Blockchain-basierte Zahlungssysteme erfolgreich getestet.
- BlackRock hat zudem einen tokenisierten Staatsanleihen-Fonds gestartet.
Tokenisierung und regulatorische Klarheit
Ein erheblicher Teil des institutionellen Interesses gilt derzeit der Tokenisierung und der Nutzung von Stablecoins für schnellere und günstigere grenzüberschreitende Zahlungen. Durch die Abbildung von Fondsanteilen auf einer Blockchain können Vermögensverwalter einen Handel rund um die Uhr und eine nahezu sofortige Abwicklung ermöglichen – ein krasser Gegensatz zu den mehrtägigen Abwicklungsfristen herkömmlicher Systeme. Tejpaul merkte an, dass sich fast die Hälfte der aktuellen Gespräche mit Institutionen darum dreht, wie diese Technologien die Transparenz erhöhen und Betriebskosten senken können.
Das Vertrauen in diese Systeme wächst, da die Politik klarere Regeln vorgibt. Der GENIUS Act hat einen Rahmen für Stablecoins geschaffen, während der CLARITY Act darauf abzielt, die Emission und den Handel mit digitalen Vermögenswerten weiter zu definieren. Diese legislativen Meilensteine ermutigen Banken und Zahlungsdienstleister, Infrastrukturen direkt auf Krypto-Basis aufzubauen und so den Schritt von der reinen Spekulation hin zu funktionalem Finanznutzen zu vollziehen.
Wie reagiert der Markt?
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