
24. März 2026 um 12:49
FSB warnt: Dollar-Stablecoins riskant für Schwellenländer

- Der Finanzstabilitätsrat (FSB) warnt davor, dass auf US-Dollar lautende Stablecoins ernsthafte Risiken für Schwellen- und Entwicklungsländer darstellen.
- Der Jahresbericht 2025 hebt potenzielle Probleme wie Währungssubstitution und die Untergrabung der nationalen Geldpolitik hervor.
- Globale Regulierungsbehörden haben erhebliche Lücken bei der Umsetzung des Regulierungsrahmens von 2023 für Krypto-Assets festgestellt.
Schwachstellen in Schwellenländern
In seiner jüngsten jährlichen Bewertung hat der FSB darauf hingewiesen, dass an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins erhebliche makroökonomische Instabilität in Entwicklungsländern auslösen könnten. Da diese Vermögenswerte häufig über mehrere internationale Rechtsordnungen hinweg zirkulieren, glaubt die Aufsichtsbehörde, dass die von ihnen ausgehenden Risiken für Volkswirtschaften mit weniger widerstandsfähigen Finanzinfrastrukturen "potenziell akuter" sind.
Zu den vom FSB identifizierten spezifischen Bedrohungen gehören:
- Währungssubstitution, bei der ausländische Stablecoins die lokale Währung ersetzen.
- Verringerte Wirksamkeit nationaler geldpolitischer Instrumente.
- Umgehung von Kapitalverkehrskontrollen und Belastung der fiskalischen Ressourcen.
- Geringere Abhängigkeit von nationalen Zahlungssystemen.
Regulierungslücken und Herausforderungen bei der Umsetzung
Der Bericht stellt fest, dass der FSB zwar im Jahr 2023 einen globalen Regulierungsrahmen für Krypto-Assets und Stablecoin-Arrangements geschaffen hat, eine Überprüfung im Jahr 2025 jedoch zeigt, dass die Übernahme dieser Regeln uneinheitlich ist. Es gibt immer noch große Unterschiede in der Art und Weise, wie verschiedene Jurisdiktionen den Sektor überwachen, was das globale Finanzsystem anfällig für Liquiditäts- und operative Risiken macht.
Trotz des Wachstums des Sektors hält der FSB daran fest, dass Krypto-Assets und Stablecoins in realwirtschaftlichen Anwendungsfällen, insbesondere im Bereich des täglichen Zahlungsverkehrs, noch keine nennenswerte Akzeptanz gefunden haben. Die zunehmenden Verflechtungen zwischen diesen digitalen Vermögenswerten und Kernfinanzinstitutionen erfordern jedoch eine strenge Überwachung, um systemische Ansteckungseffekte zu verhindern.
Zukünftige Schwerpunkte der Aufsicht
Mit Blick auf das Jahr 2026 plant der FSB – der im April 2009 von den G20-Staaten gegründet wurde –, seinen Fokus auf digitale Innovationen und die Überwachung von Stablecoin-Schwachstellen zu intensivieren. Die Organisation wird ihren Anwendungsbereich auch erweitern, um andere aufkommende Finanzrisiken anzugehen.
Zu den künftigen Schwerpunktbereichen gehören die Nichtbanken-Finanzintermediation, das Wachstum von Privatkrediten und die Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungssysteme. Der Rat beabsichtigt außerdem, Regulierungsstandards zu modernisieren und die globale Krisenvorsorge zu verbessern, um die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu gewährleisten.
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