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24. März 2026 um 11:47

Steigende US-Renditen: Droht Bitcoin der Fall unter 50.000 $?

Steigende US-Renditen: Droht Bitcoin der Fall unter 50.000 $?
Quick Take
  • Steigende Anleiherenditen setzen Risiko-Assets unter erheblichen Druck, wobei die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen mit 4,42 % den höchsten Stand seit neun Monaten erreichte.
  • Geopolitische Instabilität zwischen den USA, Israel und dem Iran schürt Inflationsängste und dämpft die Erwartungen an Zinssenkungen im Jahr 2026.
  • Bitcoin (BTC) läuft Gefahr, unter die Marke von 50.000 $ zu fallen, sollte er weiterhin der Entwicklung traditioneller Risiko-Assets und historischen Mustern von ölpreisgetriebenen Konflikten folgen.

Der Anstieg der Renditen für Staatsanleihen

Seit der Eskalation des Konflikts am 28. Februar verzeichnet der US-Anleihemarkt massive Abverkäufe. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen kletterte auf 4,42 %, während die 30-jährige Rendite etwa 4,97 % erreichte. Auch kurzfristige Schuldtitel bewegten sich nach oben, wobei die 2-jährige Rendite in den Bereich von 3,95 % bis 3,98 % vorstieß.

Analysten warnen, dass die 10-jährige Rendite um weitere 200 Basispunkte auf potenziell 6,4 % in die Höhe schießen könnte, falls die aktuellen geopolitischen Spannungen zu einem Ausbruch aus einem symmetrischen Dreiecksmuster in den technischen Charts führen. Dieser Aufwärtstrend wird maßgeblich von der Sorge getrieben, dass ein lang anhaltender Krieg die Ölpreise in die Höhe treibt, was die Inflation stützt und die Federal Reserve dazu zwingt, die Zinsen hoch zu halten.

Lehren aus historischen Konflikten

Die Marktgeschichte zeigt, dass energiebezogene Konflikte oft zu Phasen der Stagflation oder signifikanten Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten führen. Analysten verweisen auf mehrere wichtige Präzedenzfälle:

  • Jom-Kippur-Krieg 1973: Nach dem arabischen Ölemargo stiegen die Renditen, und der S&P 500 brach um 41 % bis 48 % ein.
  • Iranische Revolution 1979: Die Anleiherenditen sprangen innerhalb eines Jahres um 150 bis 200 Basispunkte nach oben, was die traditionellen Märkte stark belastete.
  • Golfkrieg 1990-91: Die 10-jährige Rendite stieg um 50 bis 70 Basispunkte, was zu einem Rückgang des S&P 500 um 16 % bis 20 % beitrug.
  • Russland-Ukraine-Krieg 2022: Dieser Konflikt löste bei steigenden Renditen einen anfänglichen Rückgang der wichtigsten Aktienindizes um 5 % bis 10 % aus.

Bitcoins Anfälligkeit und technischer Ausblick

Die Preisbewegung von Bitcoin bleibt eng mit dem S&P 500 korreliert, was ihn anfällig für denselben Druck macht wie Aktien. Die technische Analyse deutet auf ein vorherrschendes Bear-Flag-Muster hin. Sollte dieses nach unten durchbrochen werden, könnte Bitcoin in den kommenden Monaten in Richtung 50.000 $ oder tiefer fallen.

Prognosemärkte spiegeln diese bärische Stimmung wider: Trader sehen eine 70%ige Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis 2026 unter 55.000 $ fällt. Zudem besteht eine Chance von 46 %, dass der Preis unter 45.000 $ rutschen könnte.

Eine konträre Makro-Perspektive

Trotz der unmittelbaren bärischen Signale bieten einige Marktakteure eine andere Sichtweise an. BitMEX-Mitbegründer Arthur Hayes deutet an, dass ein lang anhaltender Konflikt letztlich bullish für Bitcoin sein könnte. Hayes argumentiert, je länger der Krieg dauert, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Federal Reserve gezwungen sein wird, Geld zu drucken, um die Militärausgaben zu finanzieren. Laut Hayes steigt mit der Dauer des Konflikts die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed „Geld drucken muss, um die amerikanische Kriegsmaschinerie zu unterstützen“ – ein Szenario, das normalerweise Fiat-Währungen abwertet und dezentralen Assets wie Bitcoin zugutekommt.

Wie reagiert der Markt?

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