Europäische Union
Europäische Union·Regulierung

24. März 2026 um 05:51

Circle fordert EU zur Lockerung der Stablecoin-Grenzwerte auf

Quick Take
  • Circle hat der Europäischen Kommission eine Rückmeldung übermittelt, in der eine Senkung der Marktkapitalisierungsschwellen für auf Euro lautende Stablecoins gefordert wird.
  • Das Unternehmen warnt, dass die aktuellen Regeln ein „Henne-Ei-Problem“ schaffen, das verhindert, dass euro-gestützte Token wie EURC in institutionellen Abwicklungen verwendet werden.
  • Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehört die Ausweitung des DLT-Pilotregimes, um Krypto-Dienstleistern die Verwaltung von Geldkonten zu ermöglichen.

Reform des europäischen Krypto-Regelwerks

Der Stablecoin-Emittent Circle setzt sich für erhebliche Anpassungen des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Marktintegrationspakets (MIP) ein. Diese Initiative soll die Kapitalmärkte in ganz Europa modernisieren und stärken. In einer am 20. März eingereichten offiziellen Stellungnahme drückte Circle seine Unterstützung für ein digitales Finanzsystem aus, wies jedoch auf mehrere strukturelle Barrieren hin, die die institutionelle Akzeptanz behindern könnten.

Die Regulierungslandschaft in Europa wird derzeit von der Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung dominiert, die im Dezember 2024 vollständig in Kraft getreten ist. Obwohl sie eine Grundlage für die Branche bietet, haben Rechtsexperten angemerkt, dass die Umsetzung von MiCA in den Mitgliedstaaten uneinheitlich bleibt, was zu Forderungen nach mehr Rechtsklarheit durch das MIP führt.

Umgang mit Marktkapitalisierungsschwellen

Circles Hauptanliegen betrifft die Zentralverwahrer-Verordnung (CSDR), die regelt, wie Vermögenswerte in der Finanzabwicklung verwendet werden. Derzeit beschränkt der Rahmen Abwicklungsaktivitäten auf „bedeutende“ E-Geld-Token (EMTs). Circle weist darauf hin, dass bisher kein auf Euro lautender Stablecoin, einschließlich des eigenen EURC, die erforderliche Marktkapitalisierungsschwelle erreicht hat, um sich zu qualifizieren.

Indem die Abwicklung auf die größten Token beschränkt wird, schafft die Regulierung eine Markteintrittsbarriere. Circle argumentiert, dass dies das Wachstum erstickt und die Sekundärmarktliquidität verringert. Zur Lösung dieses Problems empfiehlt das Unternehmen:

  • Den Übergang zu adaptiven Schwellenwerten, die auf Liquidität und Marktakzeptanz basieren, anstatt auf festen Marktkapitalisierungen.
  • Die Durchführung regelmäßiger aufsichtlicher Bewertungen, um diese Werte dynamisch anzupassen.
  • Die Bereitstellung klarerer Richtlinien darüber, welche Krypto-Assets offiziell als Sicherheit verwendet werden können.

Ausweitung des Zugangs zum DLT-Pilotregime

Über die Stablecoin-Schwellenwerte hinaus drängt Circle auf Reformen des DLT-Pilotregimes. Wie derzeit vorgeschlagen, beschränkt das Regime die Führung von Geldkonten auf traditionelle Kreditinstitute und Zentralverwahrer. Circle schlägt vor, diesen Zugang auf lizenzierte Krypto-Dienstleister (CASPs) auszuweiten.

Laut Circle ist die Überbrückung der Kluft zwischen dem traditionellen Finanzwesen und der Blockchain-Infrastruktur durch eine angemessene Regulierung entscheidend für die Effizienz. Das Unternehmen ist überzeugt, dass die Zulassung eines breiteren Spektrums von Finanzteilnehmern innerhalb des Regimes neue Liquidität freisetzen und sicherstellen wird, dass Europa ein wettbewerbsfähiges Zentrum für digitale Finanzen bleibt.

Wie reagiert der Markt?

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