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24. März 2026 um 03:42

Balancer Labs stellt Betrieb ein – DAO und Foundation übernehmen

Balancer Labs stellt Betrieb ein – DAO und Foundation übernehmen
Quick Take
  • Balancer Labs stellt den Betrieb vier Monate nach einem massiven Sicherheitsvorfall ein und überträgt die Protokollverwaltung an die Balancer Foundation und die DAO.
  • Ein Hack über 116 Millionen US-Dollar im November und anhaltender finanzieller Druck führten zu dieser Entscheidung.
  • Die im Protokoll gesperrten Vermögenswerte (TVL) fielen von einem Höchststand von 3,3 Milliarden US-Dollar auf aktuell rund 158 Millionen US-Dollar.

Finanzieller Druck und strategische Neuausrichtung

Nach zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten und einem folgenschweren Exploit über 116 Millionen US-Dollar im vergangenen November hat Balancer Labs offiziell seine Auflösung angekündigt. Fernando Martinelli, einer der Mitbegründer des Protokolls, erklärte am Montag, dass die Unternehmenseinheit eher zu einer Belastung als zu einem Aktivposten geworden sei, da sie ohne eigene Einnahmen operierte.

Der CEO von Balancer Labs, Marcus Hardt, ergänzte, dass das Protokoll im Verhältnis zu den erzielten Einnahmen zu viel für die Gewinnung von Liquidität ausgegeben habe. Diese Strategie ging zulasten der BAL-Token-Inhaber, deren Anteile verwässert wurden, was die bisherige Struktur langfristig unhaltbar machte.

Die Auswirkungen des Exploits auf den TVL

Die Entwicklung der Total Value Locked (TVL) verdeutlicht den massiven Vertrauensverlust nach den Sicherheitsproblemen:

  • TVL-Höchststand: 3,3 Milliarden US-Dollar im November 2021.
  • Vor dem Hack: 800 Millionen US-Dollar im Oktober 2025.
  • Nach dem Hack: Ein Rückgang um weitere 500 Millionen US-Dollar innerhalb von zwei Wochen nach dem 116-Millionen-Dollar-Exploit.
  • Aktueller Stand: Rund 158 Millionen US-Dollar.

Martinelli wies darauf hin, dass der Vorfall im November „reale und fortlaufende rechtliche Risiken“ geschaffen habe. Es sei nicht tragbar, eine Rechtsform aufrechtzuerhalten, die die Haftung für vergangene Sicherheitsvorfälle trägt.

Ein schlankeres Modell für die Zukunft

Die Zukunft von Balancer soll nun in den Händen der Balancer Foundation und der dezentralen autonomen Organisation (DAO) liegen. Der vorgeschlagene „Lean Continuation Path“ sieht drastische Maßnahmen vor:

  • Senkung der BAL-Emissionen auf Null.
  • Umstrukturierung der Gebühren, damit die Balancer DAO mehr Einnahmen generieren kann.
  • Maximale Reduzierung des Teams und der Betriebskosten.

Trotz der Probleme mit der Tokenomics betonte Martinelli, dass das Protokoll in den letzten drei Monaten über 1 Million US-Dollar an echten Einnahmen erzielt habe. Das Protokoll sei funktionsfähig, müsse aber von einer überladenen Kostenstruktur befreit werden. Die DAO-Mitglieder stimmen derzeit über die entsprechenden Restrukturierungsvorschläge ab.

Wie reagiert der Markt?

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