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Europäische Union·Regulierung

24. März 2026 um 03:11

Circle fordert EU zu DLT-Reformen und Stablecoin-Regeln auf

Circle fordert EU zu DLT-Reformen und Stablecoin-Regeln auf
Quick Take
  • Circle hat die europäischen Regulierungsbehörden aufgefordert, die Umsetzung von Reformen für digitale Vermögenswerte zu beschleunigen, um zu verhindern, dass institutionelles Kapital in die USA abwandert.
  • Das Unternehmen empfiehlt, die Nutzung von MiCA-konformen Stablecoins für die Wertpapierabwicklung auszuweiten, einschließlich solcher, die auf Euro lauten.
  • Zu den Kernvorschlägen gehören die Einführung adaptiver Schwellenwerte für das DLT-Pilotregime und die Beschränkung der ESMA-Aufsicht auf große, grenzüberschreitend tätige Unternehmen.

Beschleunigung des DLT-Rahmenwerks

In einer am 20. März eingereichten offiziellen Stellungnahme zum Marktintegrationspaket der Europäischen Kommission betonte der Stablecoin-Emittent Circle die Notwendigkeit eines agileren Regulierungsumfelds. Zwar erkannte das Unternehmen das Paket als positiven Schritt zur Modernisierung der Kapitalmärkte an, warnte jedoch davor, dass bestehende Lücken bei der Skalierbarkeit und Aufsicht die institutionelle Akzeptanz behindern könnten. Circle drängte die politischen Entscheidungsträger insbesondere dazu, Aktualisierungen des Pilotregimes für Distributed-Ledger-Technologie (DLT) voranzutreiben, da die derzeitigen Volumengrenzen die Liquidität zu stark einschränken würden.

Anstelle periodischer legislativer Aktualisierungen schlug Circle die Einführung adaptiver Schwellenwerte vor, die sich an die realen Marktbedingungen anpassen. Das Unternehmen hob zudem hervor, wie wichtig ein transparenter Übergangspfad von der Pilotphase zu einem dauerhaften Regulierungsrahmen sei. Sollte die EU nicht schnell handeln, bestehe das Risiko, dass sich die Entwicklung von Onchain-Infrastrukturen in Länder wie die USA verlagert, wo die Fortschritte als schneller wahrgenommen werden.

Ausweitung der Stablecoin-Nutzung bei Abwicklungen

Ein wesentlicher Teil der Rückmeldung von Circle konzentrierte sich auf die Rolle von Stablecoins bei der Barabwicklung von Wertpapieren. Das Unternehmen begrüßte zwar die Anerkennung von E-Geld-Token, warnte jedoch vor Regeln, die nur die Nutzung „bedeutender“ Token zulassen würden. Eine solche Einschränkung könnte Euro-Stablecoins faktisch vom Markt ausschließen und damit die breitere Einführung tokenisierter Vermögenswerte verlangsamen.

Darüber hinaus sprach sich Circle dafür aus, den Kreis der Institutionen, die Abwicklungskonten anbieten dürfen, zu erweitern. Das Unternehmen argumentierte, dass die Erlaubnis für Krypto-Dienstleister (CASPs) – statt nur für traditionelle Banken und Zentralverwahrer –, solche Konten zu führen, Reibungsverluste verringern und die technische Komplexität von Onchain-Transaktionen vereinfachen würde.

Aufsicht und Sicherheitenstandards

In Bezug auf die regulatorische Aufsicht schlug Circle einen dezentraleren Ansatz innerhalb der EU vor. Das Unternehmen regte an, dass die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ihre direkte Aufsicht auf große, grenzüberschreitende Firmen konzentrieren sollte, während kleinere, lokale Akteure unter der Zuständigkeit der nationalen Aufsichtsbehörden bleiben sollten.

Zudem forderte das Unternehmen klare Regeln, die es ermöglichen, Stablecoins als Sicherheit (Collateral) zu verwenden. Dieser Schritt würde die Europäische Union mit ähnlichen regulatorischen Bestrebungen in den Großbritannien und den USA in Einklang bringen und sicherstellen, dass die europäischen Märkte in der globalen digitalen Finanzlandschaft wettbewerbsfähig bleiben.

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