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Vereinigte Staaten·Regulierung

23. März 2026 um 11:46

US-Senat plant Verbot von Sportwetten auf Prognosemärkten

US-Senat plant Verbot von Sportwetten auf Prognosemärkten
Quick Take
  • Eine überparteiliche Gesetzgebung, die von den Senatoren Adam Schiff und John Curtis eingebracht wurde, zielt darauf ab, Sportwetten und casinoähnliche Kontrakte auf regulierten Prognosemärkten zu verbieten.
  • Der Gesetzentwurf richtet sich gegen Plattformen wie Kalshi und Polymarket und versucht, Märkte im Zusammenhang mit Sportereignissen, Poker, Blackjack und Spielautomaten zu untersagen.
  • Befürworter argumentieren, dass die Maßnahme notwendig ist, um Verbraucherschutzgesetze der Bundesstaaten und die Souveränität der Ureinwohner zu schützen sowie Sucht unter jungen Nutzern zu verhindern.
  • Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte trotz eskalierender Rechtsstreitigkeiten mit staatlichen Regulierungsbehörden Bewertungen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar anstreben.

Bundesaufsicht und legislative Maßnahmen

Die US-Senatoren Adam Schiff (D-Calif.) und John Curtis (R-Utah) führen einen neuen legislativen Vorstoß an, um den Spielraum staatlich regulierter Prognosemärkte einzuschränken. Der vorgeschlagene Gesetzentwurf würde es Plattformen, die unter der Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) stehen, ausdrücklich untersagen, Ereigniskontrakte mit Bezug zu Profi- oder Universitätssport sowie traditionellen Glücksspielen wie Bingo und Poker anzubieten.

Senator Schiff äußerte die Besorgnis, dass die CFTC derzeit das Wachstum dieser Märkte durch eine „Hintertür“ fördert, die den Verbraucherschutz der Bundesstaaten verletzt und keine öffentlichen Einnahmen generiert. Senator Curtis fügte hinzu, dass zu viele junge Menschen süchtig machenden Sportwetten und casinoähnlichen Spielkontrakten ausgesetzt sind, die unter die Kontrolle der Bundesstaaten und nicht unter die der Bundesregulierer gehören sollten.

Ein wachsender Kompetenzkonflikt

Die Gesetzgebung kommt inmitten einer sich verschärfenden Kluft zwischen Bundesregulierern und einzelnen Bundesstaaten. Während die CFTC die exklusive Zuständigkeit für Ereigniskontrakte als Teil des Rohstoff-Derivatemarktes beansprucht, haben mehrere Bundesstaaten aggressive rechtliche Schritte eingeleitet:

  • Nevada erwirkte kürzlich eine einstweilige Verfügung, die Kalshi daran hindert, Kontrakte mit Bezug zu Sport und Wahlen anzubieten.
  • Arizona hat Strafanzeige gegen die Muttergesellschaften von Kalshi erstattet und wirft ihnen den Betrieb eines nicht lizenzierten Glücksspielgeschäfts vor.
  • Massachusetts und Michigan haben ebenfalls Klagen eingereicht, während Polymarket seinerseits gegen Michigan geklagt hat, um die Durchsetzung staatlicher Glücksspielgesetze zu verhindern.

Marktexpansion und institutionelles Interesse

Trotz des regulatorischen Gegenwinds erlebt der Sektor der Prognosemärkte eine Phase schnellen Wachstums. Berichten zufolge haben sowohl Kalshi als auch Polymarket Finanzierungsrunden bei Bewertungen von fast 20 Milliarden US-Dollar sondiert, angetrieben durch massive Handelsvolumina. Die Branche hat auch bedeutende institutionelle Akteure angezogen, darunter die Susquehanna International Group und Jump Trading, die als Market Maker fungieren.

Darüber hinaus entwickelt sich die Schnittstelle zum Profisport weiter. Während der neue Gesetzentwurf versucht, sportbezogene Kontrakte einzuschränken, sind Organisationen wie die Major League Baseball (MLB) bereits in diesen Bereich eingestiegen. Erst kürzlich wurde ein Lizenzvertrag mit Polymarket unterzeichnet, um Ligadaten bereitzustellen, während gleichzeitig eine Zusammenarbeit bei der Überwachung von Wettaktivitäten vereinbart wurde.

Wie reagiert der Markt?

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