
23. März 2026 um 06:32
Resolv-Hack: USR-Stablecoin stürzt nach $80M-Exploit um 70% ab

- Der USR-Stablecoin stürzte um etwa 70 % ab, nachdem durch einen Exploit unbefugt Token im Wert von 80 Millionen US-Dollar geprägt wurden.
- Die Besicherungsquote des Protokolls ist auf rund 55 % gesunken, wobei 95 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten Verbindlichkeiten in Höhe von 173 Millionen US-Dollar gegenüberstehen.
- Resolv Labs führt den Vorfall auf einen kompromittierten privaten Schlüssel zurück, was zu systemischen Risiken und potenziellen uneinbringlichen Forderungen in DeFi-Kreditmärkten führt.
Details zur Sicherheitsverletzung
Resolv Labs bestätigte, dass ein böswilliger Akteur über einen kompromittierten privaten Schlüssel unbefugten Zugriff auf die Infrastruktur des Protokolls erlangt hat. Dieser Sicherheitsfehler ermöglichte es dem Angreifer, rund 80 Millionen US-Dollar an unbesicherten USR-Token zu prägen. Obwohl das Team die Smart Contracts pausierte und etwa 9 Millionen der illegal erzeugten Token vernichtete (Burn), befinden sich weiterhin rund 71 Millionen dieser Token im Umlauf.
Im Gegensatz zu Fehlern im Smart-Contract-Code wird dieser Vorfall als Infrastrukturversagen eingestuft. Das Team betonte, dass die hinterlegten Sicherheiten nicht direkt angegriffen wurden, die unbefugte Prägung jedoch das Wirtschaftsmodell des Stablecoins zerstört hat. Resolv arbeitet derzeit mit Strafverfolgungsbehörden und On-Chain-Analysefirmen zusammen, um die Vermögenswerte aufzuspüren und zurückzugewinnen.
Marktreaktion und Depegging
Nach dem Exploit verlor der USR-Stablecoin, der eigentlich einen Wert von 1,00 US-Dollar halten sollte, massiv an Wert. Am Montag notierte der Token bei etwa 0,27 US-Dollar, was einem Rückgang von 72 % innerhalb einer Woche entspricht. Die Volatilität war extrem, mit einer Handelsspanne zwischen 0,14 US-Dollar und 0,82 US-Dollar. Das tägliche Handelsvolumen stieg auf 8,4 Millionen US-Dollar, da ein erheblicher Teil des verbleibenden Angebots an einem einzigen Tag den Besitzer wechselte.
Die finanzielle Lage des Protokolls hat sich rapide verschlechtert. Vor dem Vorfall war der Total Value Locked (TVL) von Resolv bereits von seinem Höchststand im Februar 2025 (684 Millionen US-Dollar) gesunken. Mit derzeit nur noch 95 Millionen US-Dollar an Aktiva gegenüber 173 Millionen US-Dollar an Passiva steht das Protokoll vor einem massiven Defizit. Resolv plant einen Rückzahlungsprozess für Inhaber von vor dem Vorfall für den 23. März, wobei Schätzungen davon ausgehen, dass diese nur etwa 93 Cent pro investiertem Dollar zurückerhalten könnten.
Systemische Risiken im DeFi-Sektor
Die Folgen des Resolv-Exploits reichen über das eigene Protokoll hinaus. Ledger-CTO Charles Guillemet warnte davor, dass der Vorfall „Bad Debt“ (uneinbringliche Forderungen) im DeFi-Ökosystem erzeugen wird. Insbesondere Kreditplattformen wie Morpho-Pools, die USR als Sicherheit akzeptierten, sind betroffen. Einige dieser Pools verzeichneten bereits Abflüsse, da Nutzer versuchten, ihre Verluste zu minimieren.
Resolv Labs hat die Nutzer eindringlich davor gewarnt, mit USR oder zugehörigen Token zu handeln, solange Wiederherstellungsmaßnahmen laufen. Das Team wies darauf hin, dass Handelsaktivitäten in dieser Phase künftige Entschädigungsansprüche erschweren könnten. Da die jährlichen Gebühreneinnahmen von 5,28 Millionen US-Dollar nun effektiv weggebrochen sind, ist die Zukunft des Projekts ungewiss.
Wie reagiert der Markt?
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