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23. März 2026 um 04:54

SBF-Eltern: „Kein Geld verloren“, FTX-Gläubiger widersprechen

SBF-Eltern: „Kein Geld verloren“, FTX-Gläubiger widersprechen
Quick Take
  • Die Eltern von Sam Bankman-Fried, Joseph Bankman und Barbara Fried, behaupten, dass beim Zusammenbruch von FTX faktisch kein Kundengeld verloren gegangen sei.
  • Der FTX Recovery Trust bereitet eine Auszahlung von 2,2 Milliarden Dollar vor, womit sich die Gesamtrückzahlungen auf rund 10 Milliarden Dollar belaufen; einige Gläubiger erhalten 120 % ihres ursprünglichen Forderungswerts.
  • Gläubiger widersprechen der Darstellung einer vollständigen Entschädigung, da die Zahlungen auf den Vermögenspreisen von November 2022 basieren, als Bitcoin bei 16.800 Dollar lag, wodurch ihnen spätere Kursgewinne entgehen.

Widerspruch gegen die Verurteilung

In einem Fernsehinterview mit Michael Smerconish von CNN argumentierten die Eltern des verurteilten FTX-Gründers Sam Bankman-Fried, dass die Grundlage für die Verurteilung ihres Sohnes fehlerhaft sei. Joseph Bankman erklärte, dass „das Geld immer da war“, und beschrieb FTX und die zugehörigen Unternehmen als hochprofitable Firmen mit überschüssigen Vermögenswerten in Milliardenhöhe. Diese Verteidigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der FTX Recovery Trust Ende März die vierte Tranche in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar ausschütten will. Laut Barbara Fried sollte die Tatsache, dass Kunden mit 18 % bis 43 % Zinsen entschädigt werden, zur Entlastung ihres Sohnes führen.

Diskrepanz in der Bewertung

Trotz der hohen Rückquote beziehen sich die Beträge auf den US-Dollar-Wert zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags im November 2022. Damals notierte Bitcoin bei etwa 16.800 Dollar. Seitdem hat der Kryptomarkt eine Berg- und Talfahrt hinter sich, bei der Bitcoin im Herbst 2025 auf über 126.000 Dollar stieg und aktuell bei etwa 69.000 Dollar gehandelt wird.

Gläubigervertreter Sunil Kavuri wies die Darstellung, die Anleger seien schadlos gehalten worden, öffentlich zurück. Da die Insolvenzmasse den im Jahr 2022 eingefrorenen Dollarwert auszahlt und nicht die tatsächlichen digitalen Vermögenswerte, erhält ein Nutzer, der einen Bitcoin hielt, etwa 119 % des Wertes von 16.800 Dollar, was deutlich unter dem aktuellen Marktpreis liegt.

Regulatorische und politische Dimension

Joseph Bankman verteidigte den Transfer von Kundengeldern an das Schwesterunternehmen Alameda Research als „routinemäßig“ und behauptete, Alameda habe wie jeder andere Kunde agiert, der Geld einzahlt und leiht. Genau diese Vermischung von Kundenvermögen mit einer eigenen Handelsfirma ist jedoch das, was neue Regulierungen in Hongkong, der EU und geplante Gesetze in den USA nun strikt untersagen.

Barbara Fried bezeichnete die Strafverfolgung zudem als „im Wesentlichen politisch“ und warf der Biden-Regierung vor, die Krypto-Industrie zerstören zu wollen. Die Familie verwies auch auf Richter Lewis Kaplan, der ihren Sohn zu 25 Jahren Haft verurteilte und gleichzeitig zivilrechtliche Verfahren gegen Donald Trump leitete. Während die Familie auf eine Begnadigung hofft, erklärte Donald Trump in einem Interview im Januar, dass er eine Begnadigung für Bankman-Fried nicht in Betracht ziehe, obwohl er andere Krypto-Persönlichkeiten unterstützt hat. Polymarket-Wetten beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Begnadigung derzeit auf lediglich 12 %.

Wie reagiert der Markt?

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