Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich·Market

23. März 2026 um 00:12

Banken setzen für Onchain-Zahlungen auf tokenisierte Einlagen

Banken setzen für Onchain-Zahlungen auf tokenisierte Einlagen
Quick Take
  • Geschäftsbanken integrieren tokenisierte Einlagen in die Blockchain-Infrastruktur, um neben Stablecoins und CBDCs wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Im Gegensatz zu Stablecoins sind diese Vermögenswerte regulierte Bankverbindlichkeiten, die den bestehenden AML-, KYC- und Einlagensicherungsstandards unterliegen.
  • Wichtige Initiativen, darunter das Pilotprojekt Great British Tokenised Deposit und der Pontes-Mechanismus der EZB, planen Starts und Tests bis 2026 und 2027.

Der Aufstieg des tokenisierten Geschäftsgeldes

Traditionelle Finanzinstitute forcieren ihre Bemühungen, Geschäftsbankgeld auf blockchainbasierte Zahlungs- und Abwicklungsinfrastrukturen zu übertragen. Laut einem neuen Bericht von RWA.io, der unter Mitwirkung von Citi, JPMorgans Kinexys, BNY und Standard Chartered erstellt wurde, entwickeln sich tokenisierte Einlagen zu einer zentralen Säule des modernen digitalen Bargeldsystems.

Diese digitalen Assets stellen traditionelle Bankeinlagen auf Distributed-Ledger-Systemen dar. Da es sich um direkte Verbindlichkeiten der emittierenden Bank handelt, operieren sie innerhalb bestehender Bankenrahmenwerke, einschließlich Eigenkapitalanforderungen und Anti-Geldwäsche-Protokollen (AML). Marko Vidrih, Mitbegründer von RWA.io, wies darauf hin, dass Stablecoins zwar viel Aufmerksamkeit erhalten, das globale Finanzsystem aber weiterhin auf Geschäftsbankgeld basiert, weshalb dessen Übergang auf digitale Schienen für die Zukunft des Finanzwesens unerlässlich sei.

Pilotprogramme und Zeitpläne

Europäische Banken testen bereits praktische Anwendungen dieser Technologie. Im Januar schlossen die Lloyds Banking Group und Archax die erste Transaktion auf einer öffentlichen Blockchain in Großbritannien mit tokenisierten Einlagen im Canton Network ab. Weitere wichtige Entwicklungen sind:

  • Das Pilotprojekt Great British Tokenised Deposit unter der Leitung von UK Finance, das bis Mitte 2026 Marktplatzzahlungen und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte testet.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt ihre Strategie Appia voran, die skizziert, wie tokenisierte Finanzmärkte mit Zentralbankgeld funktionieren können.
  • Der Abwicklungsmechanismus Pontes, der Blockchain-Plattformen mit der Infrastruktur der TARGET Services verbinden soll, soll im dritten Quartal 2026 an den Start gehen.

Strategische Rolle im Multi-Währungs-System

Während die EZB ein mögliches Pilotprojekt für den digitalen Euro Ende 2027 vorbereitet, argumentieren Branchenvertreter, dass tokenisierte Einlagen andere Formen digitaler Währungen ergänzen und nicht ersetzen werden. UK Finance betont, dass diese Instrumente in einer künftigen Multi-Währungs-Welt eine „entscheidende Rolle“ spielen und eine regulierte Alternative zu privaten Stablecoins bieten werden.

Durch die Nutzung bestehender Infrastrukturen wie TARGET Services, die derzeit große Euro-Zahlungen und Wertpapierabwicklungen verarbeiten, wollen Banken ihre zentrale Rolle im Treasury- und Einlagengeschäft bewahren. Dieser Übergang stellt sicher, dass Geschäftsbankgeld auch bei einer Zunahme digitaler Bargeldinstrumente seinen Nutzen in schnellen On-Chain-Finanzumgebungen behält.

Wie reagiert der Markt?

50%Long/Short50%

commentCount

commentLogin

commentEmpty

commentEmptySubtitle