22. März 2026 um 03:42
Nevada stoppt Kalshi-Betrieb wegen illegalen Glücksspiels

- Richter Jason Woodbury hat eine einstweilige Verfügung erlassen, die es Kalshi für 14 Tage untersagt, Ereignisverträge in Nevada anzubieten.
- Die rechtliche Maßnahme folgt auf eine Klage des Nevada Gaming Control Board, das argumentiert, der Prognosemarkt agiere als nicht lizenzierter Sportwetten-Anbieter.
- Eine weitere Anhörung zur Prüfung einer dauerhaften einstweiligen Verfügung gegen die Plattform ist für den 3. April angesetzt.
Gerichtliches Urteil und regulatorische Maßnahmen
Der Bezirksrichter von Carson City, Jason Woodbury, entschied am Freitag zugunsten der staatlichen Behörden. Er stellte fest, dass es wahrscheinlich ist, dass das Nevada Gaming Control Board im Rechtsstreit darüber, ob die Verträge des Unternehmens gegen die Glücksspielgesetze von Nevada verstoßen, obsiegen wird. Die Anordnung verbietet es dem Unternehmen ausdrücklich, Verträge in den Bereichen Sport, Wahlen und Unterhaltung innerhalb des Bundesstaates anzubieten.
Mike Dreitzer, Vorsitzender des Nevada Gaming Control Board, betonte in einer Erklärung, dass die Behörde die gesetzliche Pflicht habe, die Öffentlichkeit vor nicht lizenziertem Glücksspiel zu schützen. Die Entscheidung des Gerichts fiel kurz nachdem ein Bundesberufungsgericht einen Eilantrag von Kalshi abgelehnt hatte, das Verfahren auf Bundesstaatsebene auszusetzen, was den Weg für das Eingreifen der Regulierungsbehörden in Nevada freimachte.
Debatte um die Zuständigkeit
Im Zentrum des Rechtsstreits steht der Konflikt darüber, welche Regulierungsbehörde die Aufsicht über Prognosemärkte hat. Kalshi argumentiert, dass seine Verträge unter die exklusive Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen, einer Bundesbehörde. Richter Woodbury wies dieses Argument jedoch vorerst zurück und erklärte, dass die rechtliche Autorität in Bezug auf den Vorrang des Bundesrechts in diesem Kontext derzeit gegen Kalshi spreche.
Der Richter fügte hinzu, dass solche Verträge nach dem Gesetz von Nevada als „Sports Pool“ eingestuft werden. Da Kalshi nicht über die erforderliche staatliche Lizenz für den Betrieb eines solchen Pools verfügt, werden seine Aktivitäten von den staatlichen Behörden als illegal eingestuft.
Regulatorischer Druck in mehreren Bundesstaaten
Nevada ist nicht der einzige Bundesstaat, der das Geschäftsmodell von Kalshi infrage stellt. Das Unternehmen sieht sich derzeit einer Welle rechtlicher Prüfungen in den gesamten USA gegenüber:
- In Arizona erhob Generalstaatsanwältin Kris Mayes kürzlich Strafanzeige und warf dem Unternehmen vor, einen „illegalen Glücksspielbetrieb“ zu führen – ein Schritt, den Kalshi-CEO Tarek Mansour als „völlige Kompetenzüberschreitung“ bezeichnete.
- In Massachusetts untersagte ein Richter Anfang des Jahres Sportverträge auf der Plattform, was jedoch nach einer Berufung von Kalshi wieder aufgehoben wurde.
- Mehrere andere Bundesstaaten haben rechtliche Schritte eingeleitet, da der Prognosemarkt ohne staatliche Lizenz operiere.
Die kommende Anhörung am 3. April wird darüber entscheiden, ob das vorläufige Verbot in Nevada in eine längerfristige einstweilige Verfügung umgewandelt wird.
Wie reagiert der Markt?
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